Zeitstrahl

5500- 2000 v. Chr

  • Werkzeugfunde der Ellerbekker Stufe bei Kamp, Kreis Greifenberg, weisen auf eine Besiedlung der mittleren und jüngeren Steinzeit hin.
  • Funde von Einbäumen in Stralsund, weisen auch hier eine Besiedlung in der Zeit nach.

1. Jahrhundert

im Jahr 9

  • Der Sieg germanischer Stämme unter der Führung von Arminius (Herrmann der Cherusker) über die römischen Legionen des Feldherrn Varus in der Schlacht im Teutoburger Wald (Kalkriese) verhindert letzlich die Romanisierung der Gebiete östlich der Elbe und damit auch des späteren Pommerns.

2. Jahrhundert

um 150

  • Urnengräber aus dem 2. Jahrhundert bei Stralsund entdeckt.
  • Der ostgermanische Stamm der Goten löst auf der Suche nach neuem Land von Skandniavien über die Ostsee zur Weichselmündung die sogenannte „erste germanische Völkerwanderung“ aus. Die Ostgoten verdrängen dabei die zwischen Oder und Weichsel siedelnden germanischen Stämme der Burgunder und Wandalen, die in der folgenden Zeit nach Westen bzw. Süden abwandern.

3. Jahrhundert

250

  • Ab 250: Die im Odergebiet ansässigen ostgermanischen Burgunder vollziehen unter Anschluß vandalischer Stammesgruppen ihre „Westwanderung“, die sie ins Maingebiet führt.

4. Jahrhundert

375

  • Das asiatische Reitervolk der Hunnen dringt über die Wolga nach Westen vor und erobert das Reich der Ostgoten, dessen Einflußgebiet sich seinerzeit von der späteren pommerschen Ostseeküste bis zum Schwarzen Meer erstreckt. Der „Hunnensturm“ bewirkt eine enorme Wanderungsbewegung germanischen Völker in Europa, die sogenannte „Große Völkerwanderung“, für die nächsten 200 Jahre.

5. Jahrhundert

451

  • Die ostgermanischen Rugen bzw. Rugier, die auf dem Gebiet des späteren Hinterpommern siedeln und erst im Verlaufe des 4. Jahrhunderts nach Westen abwandern, sind als Verbündete des Hunnenkönigs Atilla nachweisbar. Die Rugier werden nach der hunnischen Niederlage in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern an der Donau sesshaft.

454

  • Nach dem Abzug germanischer Stämme dringen slawische Völker bis an die Elbe vor, so dass das Territorium zwischen Oder und Elbe bis um 495 von ihnen besiedelt wird.

6. Jahrhundert

500

  • Zu Beginn des 6. Jahrhunderts haben bis auf einige Restguppen die Mehrzahl germanischer Stämme das Gebiet zwischen Oder und Elbe und somit auch Vorpommerns verlassen.
  • Im Verlauf dieses Jahrhunderts erfolgt die weitere Besiedlung dieser Landschaften durch slawische Stämme unterschiedlicher Herkunft.

7. Jahrhundert

631

  • Im westslawischen Gebiet sind eigenständige politische Einheiten nachweisbar. Zwischen unterer Elbe und unterer Weichsel haben sich folgende größere slawische Stämme bzw. Stammesverbände etabliert: Die Obotriten im späteren Holstein und Westmecklenburg, die Lutizen (Wilzen) in Vorpommern, die Warnower an der Warnow, die Kessiner an der Recknitz, die Zirzipanen zwischen Recknitz, Trebel und Peene, die Tollenser zwischen Peene und Tollense, die Redarier an der Tollense, die Uckrer an der Ücker, die Ranen auf der Insel Rügen, die Heveller im nördlichen Brandenburg und die Pomoranen bzw. Pommern zwischen unterer Oder und unterer Weichsel.

8. Jahrhundert

731

  • Im Werk „Historia ecclesiastica gentis Anglorum“ (Angelsächsische Kirchengeschichte) des angelsächsischen Benediktiner und Gelehrten Beda Venerabilis (um 672-735) werden die slawischen Ranen auf der Insel Rügen als „Rugini“ überliefert.

750

  • Jüngste archäologische Untersuchungen in Ralswiek auf Rügen beweisen, dass der Ort als Handelsniederlassung und Hafen bereits in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts bestand.

789

  • Der fränkische König und spätere Kaiser Karl der Große (742-814) dringt an der Spitze seines Heeres, bestehend aus fränkischen, sächsischen, friesischen, obotritischen und sorbischen Kriegern, im Kampf gegen die Wilzen (Lutizen) bis an die Peene beim heutigen Demmin vor und erobert die Burg, wahrscheinlich „Vorwerk“, des wilzischen Kleinkönigs Dragowit.

9. Jahrhundert

808

  • In den Auseinandersetzungen zwischen dem fränkischen Kaiser Karl den Großen und dem Dänenkönig Göttrik um die Vorherrschaft in Norddeutschland, werden die Lutizen Verbündete des dänischen Königs, so dass er die slawischen Obotriten als Bündnispartner Karls des Großen militärisch besiegen kann.

850

  • Das kartographische Werk „Bayerischer Geograph“ eines anonymen Geistlichen überliefert erstmalig slawische Stämme zwischen Elbe und Oderhaff, so die Obotriten, Lutizen, Rujanen (Insel Rügen) und die Velunzani (Insel Wollin).

10. Jahrhundert

934

  • König Heinrich I. zieht gegen die slawischen Ukranen zwischen Uecker und Oder zu Felde und unterwirft sie. Heinrichs I. Herrschaft dehnt sich nun bis zur Randow aus.

936

  • König Otto I. (936-973) setzt den Kampf Heinrichs I. (919-936) gegen die Slawen fort.
  • Graf Hermann Billung unterwirft im Auftrag König Ottos I. die Redarier, einen Teilstamm des Lutizenbundes, der zwischen dem südlichen Vorpommern und nördlichen Ostbrandenburg ansääsig ist. Graf Gero hingegen bekämpft die slawischen Stämme im Gebiet zwischen mittlerer Elbe und mittlerer Oder und unterwirft sie. Im gleichen Jahr werden die Redarier in einer königlichen Urkunde vom 14. Oktober erstmals als „Riadri“ erwähnt.

940

  • Zwischen 940 und 970 findet die Anlandung und das Festsetzen der militanten Jomswikinger, einer „Elitetruppe“ des dänischen Königs Harald Blauzahn (um 940-986), im Oderrmündungsgebiet statt, das zum Einflußgebiet des polnischen Herzogs Mieszko I. (um 940-992) gehört und später „Gau Jom“ genannt wird.

946

  • 9. Mai: In einer Urkunde Ottos des Großen erscheint die Peene als nordöstlicher Grenzfluss des neugegründeten Bistums Havelberg.

949

  • Die Oder wird erstmalig als „Odera” urkundlich überliefert.

950

  • Um 950: Der dänische König Harald Blauzahn (um 940- 985/86) landet mit skandinavischen Wikingern an der pommerschen Küste und gründet auf Wollin das seinerzeit bedeutende Handelszentrum Jomsburg/Wollin.
  • Zwischen 950 – 1000: Unerklärliches Ende der slawisch-wikingischen Siedlung Menzlin an der Peene im heutigen Landkreis Ostvorpommern.
  • Zwischen 950 und 1000: Jüngsten Forschungen zufolge, wurden sowohl der nach Sturmfluten 1872 und 1874 bei Neuendorf auf der Insel Hiddensee zutage getretene „Wikinger-Goldschmuck“ als auch die zwischen 1905 und 1908 bei Forstarbeiten am Peenemünder Haken im Norden der Insel Usedom gefundenen „Goldringe von Peenemünde“ von wikingerzeitlichen dänischen Goldschmieden während der Regierungszeiten der Könige Harald Blauzahn (um 940-986) oder Sven Gabelbart (986-1014) angefertigt.

955

  • 16. Oktober: Ein machtvoller Aufstand der Obvotriten und Lutizen gegen die deutsche Feudalherrschaft unter König Otto I. führt zur Schlacht an der Raxa (Recknitz), dem alten Grenzfluß zwischen Mecklenburg und Pommern. Die Slawen werden in dieser Schlacht, die mit hoher Wahrscheinlichkeit beim heutigen nordvorpommerschen Pantlitz stattfand, von den königlichen Truppen unter der Führung des Markgrafen Gero vernichtend geschlagen.

957

  • 957/58: Heereszüge König Ottos I. und Markgraf Geros gegen die aufständischen nördlichen Elbslawen, die 960 niedergeworfen werden. Die deutsche Herrschaft wird somit bis zur Oder und Peene neu begründet

965

  • In dem Reisebericht des arabischen Diplomaten und Kaufmanns Ibrahim ibn Jakub, der slawische Territorien östlich der Elbe bereiste, wird Wollin, das sagenhafte Vineta erwähnt.
  • 20 Mai: Tod Geros, Markgraf der Sächsischen Ostmark.

967

  • Herzog Mieszko I. von Polen unterwirft die pommerschen Wilini (Wolliner), die an der Odermündung sesshaft sind. Der von Otto I. geächtete säschsiche Graf Wichmann der Jüngere, der bei den Wollinern Zuflucht fand, erleidet bei den kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Polen am 22. September 967 den Tod.

972

  • Die deutsch-polnischen Konflikte um das Durchsetzen der Ansprüche auf Land und Volk der Pomoranen führen zur „Schlacht bei Zehden (Cedynia)“ an der rechten unteren Oder. Dabei wird das deutsche Feudalheer unter Markgraf Hodo von den Polen unter Herzog Mieszko I. besiegt.

973

  • 27. Mai: Tod Hermann Billungs, Markgraf über die Obotriten, Wagrier und Dänen sowie zeitweiliger königlicher Stellvertreter im frühen Deutschen Reich.
  • Der sächsische Mönch Widukind aus dem Kloster Corvey an der Weser verfasst das Werk „Res gestae Saxoniae“ (Sächsische Geschichte nebst der … Herkunft der Schwaben). Die aufschlußreiche historische Quelle behandelt die Zeit von Kaiser Karl den Großen über Heinrich I. bis zu Kaiser Otto den Großen und bezieht sich im Kontext auch auf geschichtliche Ereignisse, die die slawischen Völkerschaften zwischen Elbe und Oder betreffen.

983

  • Begünstigt durch die militärische Niederlage Kaiser Ottos II. (973-983) gegen die Araber in Süditalien, vereinen sich die slawischen Stämme zwischen unterer Elbe und unterer Oder unter Führung des Lutizenbundes zu einem Aufstand bisher nicht gekannten Ausmaßes gegen die deutsche Feudalherrschaft. Der so genannte „Große Slawenaufstand“ drängt sowohl die deutsche Vorherrschaft als auch die christliche Mission zurück und gewährt den slawischen Völkerschaften zwischen Elbe und Oder ihre politische Unabhängigkeit für die folgenden 150 Jahre.

985

  • Der Kampf um die Vorrmachtstellung in Dänemark und der Ostsee zwischen König Harald Blauzahn (um 940-986) und seinem Sohn Sven Gabelbart, dem späteren dänischen König (986-1014), verursacht die „Seeschlacht von Helgenes“, wahrscheinlich bei Bornholm. Der unterlegene Harald Blauzahn kann sich schwer verwundet aus dem Kampf mit Hilfe des schwedischen Jomswikingerhäuptlings Styrbjörn an die pommersche Küste retten.

986

  • Der greise Dänenkönig Harald Blauzahn stirbt am Allerheligentag (1. November) in ]omsburg oder Wollin.
  • Der schwedische Kronprinz Styrbjörn der Starke und der isländische Wikingerkrieger Björn Asbrandsson sind Gefolgsleute Jarl Palanatokis von Fünen in der Jomsburg.
  • Tod Jarl Palnatokis in der Jomsburg oder auf der Insel Fünen. Sigvaldi Haraldsson aus Schonen wird sein Nachfolger und damit neuer Jarl der Jomswikinger in Pommern.
  • 8. November: Eine Urkundes des Papstes Johannes XV. (985-996) bestätigt dem Erzbistum Hamburg die Grenzen seines Metropolitanbezirkes und nennt die Peene bzw. Odermündung als östliche Grenze.

987

  • Die Jomswikinger unter Führung Styrbjörns erleiden im Kampf um Thronanspüche gegen den Schwedenkönig Erik Sejrsal (975-995), Styrbjörns Onkel, in der „Schlacht von Fyrisvold“ bei Uppsala eine militärische Niederlage. Styrbjörn fällt im Gemetzel, sein Unterführer Björn Asbrandsson kann der Schlacht entkommen und kehrt über Pommern nach Island zurück.
  • 987/988: Der norwegische Thronanwärter und spätere König Olaf I. Tryggvason, der nur fünf Jahre regieren sollte (995-1000), gelangt während Wikingerfahrten in der Ostsee nach Pommern und Polen. Er ehelicht dort die slawische Prinzessin Geira, wahrscheinlich eine Tochter Herzog Mieszkos I., die aber frühzeitig verstirbt.

990

  • Polenherzog Mieszko I. versucht um 990 die Wenden im Peenegebiet zu unterwerfen.

991

  • Erstmals werden die Wilzen im Peenegebiet „Lutizen“ genannt.

994

  • 994/95: Die Jomswikinger unter Führung von Jarl Sigvaldi und Bui Digri von Bornholm verlassen mit ihrer Flotte die pommersche Ausgangsbasis Jomsburg, um mit dänischer Hilfe Norwegen unter Jarl Haakon (991-995) zu bekriegen. In der „Seeschlacht von Hjörungavag“ bei der Insel Hareidlandet, nahe Alesund, werden die Jomswikinger von den Norwegern besiegt. Mehr unter: http://www.edition-pommern.com/hjoerungabucht-artikel

995

  • Herzog Boleslaw I. Chrobry (992-1025), der spätere polnische König, unterwirft die Pomoranen und dehnt somit die polnische Herrschaft bis an die Ostseeküste aus.
  • Während eines Heereszuges gegen die Obotriten und Lutizen urkundet Kaiser Otto III. (983-1002) zunächst in der Mecklenburg (10. September), im gleichen Jahr (3. Oktober) im Gau der Tollenser auf dem Gebiet des heutigen Vorpommerns. Beide kaiserlichen Dokumente waren mit ausschlaggebend, dass das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern somit im Jahre 1995 sein 1000jähriges Jubiläum begehen konnte.
  • Kaiser Otto III. und der polnische Herzog Boleslaw I. Chrobry bekämpfen mit böhmischer Hilfe erfolglos den Lutizenbund, von dem 983 der „Große Slawenaufstand“ ausging. Die Blütezeit des Bundes, dessen Zentrum und Heiligtum sich in Rethra, wahrscheinlich am Tollensesee, befand, währt bis 1050.

999

  • Der isländische Skalde Hallfred Ottarson (967-1001?), Hofdichter und -sänger beim norwegischen König Olaf I. Tryggvason (995-1000), weilt an der pommerschen Küste und bei Jarl Sigvaldi von Jomsburg. Hallfred widmet seinem Gastgeber ein Preisgedicht.

11. Jahrhundert

1000

  • Um 1000 dringt Herzog Boleslaw I. bis Kolberg vor und gründet dort ein dem Erzbistum Gnesen unterstelltes Bistum. Reinbern aus dem thüringischen Hassegau wird dessen erster und einziger Bischof.
  • 9. September: Rivalitätskämpfe zwischen König Sven Gabelbart von Dänemark und Olaf I. Tryggvason von Norwegen um die Vormachtstellung in der südlichen Ostsee und des pommerschen Seehandelsplatzes Jumne-Vineta finden in der „Seeschlacht von Svoldr“ ihren Abschluß. Die Norweger werden von der zahlenmäßig stärkeren dänisch-schwedischen Flotte besiegt. OLaf I. kommt dabei ums Leben. Nach dieser Seeschlacht, die wahrscherinlich bei der Insel Vilm im nördlichen Greifswalder Bodden stattfand, verliert Norwegen seinen Einfluß in der südlichen Ostsee und in Pommern. Ausführlich unter: http://www.edition-pommern.com/svoldrartikel

1002

  • 1002-1024: Der Lutizenbund ist Bündnispartner Kaiser Heinrichs II. (1002-1024) im Kampf gegen die Polen unter Herzog Boleslaw I. Chrobry., die in deutsches Reichsgebiet vorgedrungen waren.

1003

  • Kaiser Heinrich II. und Markgraf Konrad II. von Landsberg verbünden sich mit den Lutizen gegen den Polenherzog Boleslaw I.
  • Pommern wird von Polen unabhängig.

1005

  • Deutsch-lutizischer Feldzug gegen Polen führt über die Oder.

1007

  • Zu Ostern empfängt Heinrich II. zu Regensburg Abgesandte der verbündeten Lutizen und der Böhmen. Es werden weitere kriegerische Maßnahmen gegen Polen erörtert.

1012

  • Zwischen 1012 und 1018: Bischof Thietmar von Merseburg (um 975-1018) verfasst eine Chronik seines Bistums Merseburg und damit die Geschichte des frühen Deutschen Reiches von König Heinrich I. bis zum Antritt der Herrschaft Kaiser Heinrichs II. Diese wertvolle Quelle beinhaltet u. a. viele Details zur Geschichte unserer slawischen Vorfahren zwischen Elbe und Oder.
  • November: Entstandene Zwistigkeiten zwischen Heinrich II. und den Lutizen, werden in Bamberg durch Verhandlungen beigelgt.

1015

  • Sommer: Erneuter Kriegszug Heinrichs II. und der verbündeten Lutizen unter Hermann Billung gegen Polen, der bei Crossen und Lebus die Oder überquert. Die Deutschen müssen sich unter starken Verlusten zurückziehen.

1017

  • Letzter Feldzug Heinrichs II. und der Lutizen gegen Polen verläuft erfolglos. Der Frieden von Bautzen (1018) beendet vorläufig die Kriegshandlungen gegen Polen.
  • Ein Priester namens Günter soll in Vorpommern christliche Missionstätigkeit betrieben haben.

1019

  • Knud II., König von England und Dänemark (1016-1035) kreuzt mit einer mächtigen Flotte in der südlichen Ostsee und unterwirft zunächst die Oboitriten und Wagrier, wenig später die Lutizen und Pomoranen sowie die Jomswikinger, die mittlerweile als Ostseepiraten auch Dänemark bedrohen.
  • König Knud begründet die dänische Herrschaft in Pommern. Erster dänischer Regent über Pommern und damit de facto auch Jarl der Jomswikinger im Gau Jom wird Prinz Sven Knudson, auch Alvivason, der Sohn Knuds des Großen.
  • Das Deutsche Reich engagiert sich im Interesse seiner unterworfenen und tributpflichtigen slawischen Gebiete später unter Kaiser Konrad II. mit der neuen nordischen Macht durch Abschluß eines Friedens- und Freundschaftsbündnisses.

1021

  • Auf dem Hoftag zu Werben/Altmark versichern die Fürsten der slawischen Völkerschaften Norddeutschlands, darunter die lutizischen Kessiner, Kaiser Heinrich II. „…dem Reich in Frieden und Unterordnung gehorsam zu sein … und Tribute zu leisten“.

1025

  • Nach dem Tod des Herzogs Boleslaw I.Chrobry, seit Anfang d. J. König von Polen, beginnen unter seinem Sohn und Nachfolger, König Mieszko II. (1025-1034), neue kriegerische Vorstöße gegen das frühe Deutsche Reich unter Kaiser Konrad II. (1024-1039) und den Lutizenbund.

1028

  • Als Mieszko II. in deutsches Reichsgebiet einfällt und dabei schwere Verwüstungen in den Gebieten der Lutizen und Heveller anrichtet, erscheinen deren Abgesandte bei Konrad II. in seiner Pfalz Pöhlde am Harz mit der Bitte um Hilfe gegen die Polen und der Zusage, dafür „treue Dienste“ zu leisten.
  • Prinz Sven Knudson wird von König Knud aus Pommern abberufen, um die Regentschaft in Norwegen anzutreten.

1029

  • 1029-1032: Den in diesen Jahren durch das Deutsche Reich im Bunde mit den Lutizen und der Unterstützung König Knuds II. von England und Dänemark sowie des Großfürsten Jaroslaw I. von der Kiewer Rus (1019-1054) gegen Polen unter Mieszko II. geführten Kriegen, unterrliegen schließlich die Polen, und ihr König Mieszko II. muß im Frieden von Merseburg (1033) die deutsche Oberhoheit anerkennen.

1030

  • Erneuter Heereszug König Knuds des Großen an die pommersche Küste, um den Widerstand der Jomswikinger zu brechen, die sich mehr und mehr vom Mutterland Dänemark abwenden und verselbständigen. Ob er 1019 und 1030 auch den autonomen pommerschen Stadtstaat Wollin an der Dievenow, das legendäre Vineta, heimsuchte, bleibt ungewiß.

1033

  • Die nach den siegreichen Kriegen gegen Polen entstandene neue politische Lage löst Feindseligkeiten zwischen dem Deutschen Reich und dem Lutizenbund aus, so dass aus den ehemaligen Bündnispartnern erbitterte Gegner werden.

1035

  • Auf die Einnahme der sächsischen Burg Werben an der Elbe durch die Lutizen, reagiert Kaiser Konrad II. mit einem mächtigen Kriegszug sächsischer und böhmischer Kontingente. Er endet mit dem Sieg über die Lutizen, die erneut die Oberhoheit des Deutschen Reiches anerkennen müssen. Sie bewahren sich jedoch weitgehend ihre Unabhängigkeit und ihren heidnischen Kult.

1043

  • Sommer: Magnus I., König von Norwegen und Dänemark (1035-1042), befehligt einen Flottenvorstoß an die südliche Ostseeküste, insbesondere ins pommersche Odermündungsgebiet, als Vergeltungsaktion für Einfälle westslawischer Seekrieger in Dänemark. Dabei werden die Jomsburg eingenommen und zahlreiche Jomswikinger getötet sowie danach anscheinend die Handelsmetropole Jumne-Wollin heimgesucht und gebrandschatzt
  • 28. September: Die auf der Halbinsel Jütland eingefalleneen Obotriten, anscheinend verstärkt durch Pomoranen und Ranen, die Dänemark bedrohen, werden in der „Schlacht auf der Lürscher Heide“, westlich Schleswig, durch Magnus I. besiegt und niedergemetzelt.

1044

  • Der christliche Slawenherrscher Gottschalk (1043-1066) errichtet mit dänischer Hilfe ein obotritisches Großreich in Mecklenburg, in das auch die von ihm unterworfenen Lutizen Vorpommerns eingebunden werden.

1046

  • 24. Juni und 29. Juni: Zu den Hoftagen in Merseburg bzw. Meißen erscheinen vor Kaiser Heinrich III. (1039-1056) die slawischen Fürsten, Herzog Bratislaw von Böhmen, Herzog Kasimir von Polen und Herzog Zemuzil von Pommern – dux Zemuzil Bomeraniorum als gleichberechtigte Versallen. Sie entrichten ihren Tribut. Zugleich fällt eine kaiserliche Entscheidung hinsichtlich Friedensregelungen, da es zwischen dem polnischen und pommerschen Herzog zu Kämpfen um die Oberherrschaft in Masowien gekommen war. Mit Zemuzil ist der erste Pommernherzog historisch fassbar, aber nicht die Grenzen seines Herrschaftsgebietes.

1047

  • 24. April: Papst Clemes II. (1046-1047) bestätigt dem Erzbistum Hamburg erneut die Grenzen seines Metropolitanbezirkes und führt die Peene bzw. die Odermündung als dessen östliche Grenze auf.

1050

  • Um 1050: Zwei nordländische Piraten namens Alli und Herri bemächtigen sich der Jomsburg. Als Anführer der Jomswikinger betreiben sie ausgedehnten Seeraub in der Ostsee.

1053

  • 6. Januar: Papst Leo IX. (1049-1054) bestätigt erneut die Grenzen des Hamburger Erzbistums und nennt die Peene als dessen östliche Grenze.

1055

  • 29. Oktober: Papst Victor II. (1055-1057) verzeichnet ebenfalls die Peene als östliche Grenze des Hamburger Erzbistums.

1056

  • 1056/57: Während des so genannten „Lutizischen Bruderkrieges“, durch Streit zwischen Kessinern und Redariern um das Hauptheriligtum Rethra hervor gerufen, unterwirft der Obotritenfürst Gottschalk mit Hilfe des dänischen Königs Sven Estridsen (1047-1074) und Herzog Bernhards von Sachsen die lutizischen Teilstämme der Kessiner und Zirzipanen. Weitere innere Kämpfe führen allmählich zum Zerfall des mächtigen Lutizenbundes.

1066

  • Weltliche und geistliche Machtkämpfe im Obotritenreich, gepaart mit zunehender feudaler Ausbeutung und Zwangschristianisierung der Untertanen durch Gottschalk, entfachen einen neuen Slawenaufstand und den Sturz des Herrschers, der am 7. Juni d. J. in Lenzen ermordet wird. Es hat den Anschein, dass die Impulse dazu vom Lutizenbund und seiner einflußreichen heidnischen Priesterschaft in Rethra ausgingen.
  • Westslawische Krieger, darunter Ranen und Pomoranen, überfallen und brandschatzen die alte Wikingermetropole Haithabu an der Schlei, so dass das wichtige Handelszentrum seine Bedeutung verliert.

1067

  • 1067/68, Winter: Um den heidnischen Slawenkult zwischen Elbe und Oder auszurotten, fällt Bischof Burchard von Halberstadt in das Gebiet der lutizischen Redarier ein, bestürmt die Tempelanlage von Rethra und zerstört sie. Er entführt das heilige Roß, das dem Gott Svarozic geweiht ist, und reitet auf ihm zurück nach Halberstadt.

1068

  • Nach der Zerstörung des slawischen Hauptheiligtums Rethra wird der Swantevit-Tempel auf Arkona zum religiösen Mittelpunkt der heidnischen Slawen.

1069

  • Winter: Ein Kriegszug Kaiser Heinrichs IV. (1050-1106) gegen die sich ihm widersetzenden Lutizen verläuft erfolglos.

1073

  • Als sich eine sächsische Fürstenopposition gegen Heinrich IV. empört, nimmt er Verhandlungen mit den Lutizen, „den schlimmsten Feinden der Sachsen“ auf, um Verbündete gegen seine Gegner im eigenen Land zu gewinnen.

1074

  • 1074/75: Der Domherr Adam von Bremen (um 1040-um 1085) verfasst sein monumentales Werk „Gesta Hamburgensis ecclesiae pontificum“ (Hamburgische Kirchengeschichte – Geschichte der Erzbischöfe von Hamburg). Die Hamburger Kirchengeschichte ist von großer Bedeutung, da sie nicht nur eine Bistumsgeschichte darstellt, sondern eine ausführliche Schilderung der Länder und Völker des Nordens, darunter der Wikinger und Slawen. Adam war ein Freund des Dänenkönigs Sven Estridsen.

1090

  • Um 1090: Um die Seeräuberei in der Ostsee durch die Jomswikinger zu unterbinden, sucht ein Vergeltungszug der Dänen zur Zeit des Königs Olaf Hunger (1086-1095) die Jomsburg in der Odermündung heim. Die Piratenhäuplinge Alli und Herri werden überwunden und getötet.

1091

  • Erstmals wird Stettin, die spätere Hauptstadt Pommerns, als „Castrum Stettin“, eine Herzogsburg mit einem Wohnplatz und Handelsort an der unteren Oder überliefert.

1093

  • Nach dem Sieg des Obotritenherrschers Heinrich auf dem Schmilauer Feld (bei Ratzeburg) über aufständische Obotriten, kann er den slawischen Stämmen der Lutizen, Kessiner, Zirzipanen, Heveller, Ranen und Pomoranen Tribut auferlegen.

1095

  • 1095-1098: Der dänische König Erik I. Ejegod (1095-1103), der sich gegen slawische Seevorstöße wendet, besiegt im Bunde mit seinem Gefolgsmann Skjalm Hvide von der Insel Seeland die Ranen auf Rügen und zwingt sie zur Tributzahlung. Sein Kriegszug zur See gilt danach der Odermündung. Eriks Seekrieger zerstören dabei endgültig die Jomsburg und suchen auch Wollin heim, da dort dänische Schwerverbrecher Unterschlupf gefunden haben.

1098

  • Den Einwohnern von Wollin wird eine Kriegssteuer vom dänischen König Erik I. Ejegod auferlegt.

12. Jahrhundert

1100

  • Die Ranen widersetzen sich Heinrich und belagern mit einer Flotte seine Burg Alt-Lübeck. Die Ranen werden jedoch erfolgreich abgewehrt.

1107

  • 1107/08, Winter: Der polnische Herzog Boleslaw III. Schiefmund erscheint mit Heeresmacht vor Kolberg. Der dort residierende „dux Pomeranorum“ namens Suatabor unterwirft sich Boleslaw III. Suatabor scheint Herrscher eines pommerschen Teilherzogtums gewesen zu sein, der aber nicht zu den Vorfahren der Greifenherzöge gehört.

1111

  • 1111/12: Überlieferung eines polnischen oder pommerschen Adligen namens Suatopolk, Herr der pommerschen Burg Nakel, der in Kämpfe mit Bolerslaw III. verwickelt wird und Nakel schließlich an die Polen übergeben muß.

1113

  • 1113/14, Winter: Der Obotritenfürst Heinrich marschiert mit einem Heer über den zugefrorenen Strelasund zur rügischen Halbinsel Zudar oder vom Freesendorfer Haken am Greifswalder Bodden zur Insel Ruden, die damals anscheinend noch mit der Insel Rügen (Mönchgut) verbunden war, um die Ranen auf Rügen zu unterwerfen und seinem Reich einzuverleiben.

1114

  • Ein Feldzug Herzog Lothars von Sachsen führt bis in das festländische Gebiet der Ranen zwischen den Küstenflüssen Barthe und Ryck. Dabei wird auch der Kessinerfürst Dumar unterworfen. Die Ranen müssen Tribut entrichten und Geiseln stellen.

1119

  • Herzog Wartislaw I. von Pommern (um 1107- 1136/47) trifft sich mit dem Dänenkönig Nils (1104-1134), der die Odermündung und Wollin mit Plünderungen heimsucht, wegen Friedensverhandlungen bei der Insel „Strela“ (Dänholm) im Strelasund vor der späteren Stadt Stralsund.
  • Boleslaw III. besiegt bei Nakel „zwei pommersche Herzöge“, die sich bisher nicht identifizieren lassen.

1121

  • Um 1121/22: Herzog Boleslaw III. dringt ins Oderland vor und erobert Stettin. Herzog Wartislaw I. von Pommern muss seine Oberhoheit anerkennen, dafür erhält er Vorpommern bis zur Müritz und Peene zu Lehen.
  • Bischof Bernhard aus Spanien unternimmt einen ersten vergeblichen Versuch, Pommern zu missionieren.
  • Herzog Lothar von Sachsen, der spätere König Lothar III. (1125-1137) dringt in das slawische Land eines Fürsten namens Zuentubald ein und erobert die Burg Kessin.

1122

  • Überlieferung eines pommerschen Herogs namens Zuetopolk, der an der unteren Oder herrscht. Bei diesem „dux Odrensis“ kann es sich nur um einen Fürsten einer selbständigen pommerschen Teilherrschaft handeln.

1123

  • 1123/24: Gründung des Bistums Lebus an der Oder.

1124

  • Das Herzogtum Wartislaws I. reicht im Osten über die Persante bis zum Gollen, im Süden bis ans Land Zantoch, im Westen bis Demmin und bis zur Ryckmündung bei der späteren Stadt Greifswald. Außerdem gehören die Inseln Usedom und Wollin zu seinem Herrschaftsbereich.
  • Im Auftrag des Polenherzogs Boleslaw III. unternimmt Bischof Otto von Bamberg seine erste Missionsreise nach Pommern. Er kommt über Pyritz (12. Juni), wo er die ersten Pommern tauft, nach Stettin, zerstört dort den Triglaw-Tempel und zieht weiter nach Cammin und Wollin; über Kolberg und Belgard kehrt er nach Polen zurück.

1126

  • 1126/27: Kriegszug König Lothars III. in das Land der Lutizen, wobei anscheinend die Kultstätte Rethra endgültig zerstört wird. Ihre Nachfolge tritt die Tempelburg Arkona auf Rügen an.

1128

  • Zweite Reise Bischof Ottos von Bamberg nach Pommern mit Unterstützung des deutschen Königs Lothar von Sachsen. Der Landtag zu Usedom gestattet Otto, in Pommern zu missionieren. Viele Adlige lassen sich taufen.
  • Bischof Otto kann im Konflikt zwischen den Herzögen Boleslaw III. und Wartislaw I. vermitteln. Er veranlasst den Polenherzog, von einem Kriegszug nach Pommern abzusehen; dafür erkennt Wartislaw erneut die Lehnsabhängigkeit von Polen an.
  • Erneuter Angriff der Ranen auf Alt-Lübeck, der Residenz der Obotritenherrscher.

1134

  • Pommersche Seefahrer plündern die dänische Königs- und Bischofsstadt Roskilde, die damalige dänische Hauptstadt.
  • Auf dem Merseburger Hoftag im August muß der polnische Herzog Boleslaw III. Kaiser Lothar III. den Tribut für zwölf Jahre nachzahlen und dem Kaiser den Lehnseid für Pommern und Rügen leisten.
  • Sommer: Pommernherzog Ratibor I. (gest. 1153), der Bruder und Nachfolger des ermordeten Wartislaw I., führt mit seinen Häuptlingen Duninmiz und Unibur eine Flotte von etwa 250 Schiffen, 1000 Seekriegern und 1000 Berittenen auf Kriegskurs gegen die skandinavische Metropole Kungahälla (Konungahälla), heute Kungälv, an der Götaelv, um sich für die wiederholten nordischen Einfälle in Pommern zu rächen. Kungälv, die historische Residenz- und Bischofsstadt sowie wikingerzeitliche Handelsstadt wird nach erbitterten Widerstand von den Pommern am 10. August eingenommen, geplündert und gebrandschatzt.

1136

  • Der Dänenkönig Erik belagert die Tempelburg Arkona auf Rügen; die Besatzung verspricht, das Christentum anzunehmen, das nach dem Abzug der Dänen jedoch unterbleibt.

1138

  • Herzog Boleslaw III. von Polen stirbt. Sein Reich zerfällt in einzelne Teilfürstentümer. Damit endet auch die polnische Oberherrschaft über Pommern.

1139

  • Oktober: Die von Bischof Otto christianisierten Bewohner des Herzogtums Pommen, unterstellt Papst Innozenz II. bis zur Gründung eines eigenen Bistums zunächst dem Bamberger Bischof Egilbert.

1140

  • 14. Oktober: Durch ein Bulle des Papstes Innozenz II. (1130-1143) wird Wollin, das historische Jumne bzw. Vineta, zum ersten pommerschen Bistum erhoben. Erster Bischof wird Adalbert von Pommern, ein ehemaliger Glaubensstreiter Bischof Ottos von Bamberg.

1147

  • Papst Innozenz II. bestimmt die St. Adalbertskirche in Wollin zum Sitz des neuen Bistums Pommern. Am 14. 10. tritt Bischof Adalbert als erster pommerscher Bischof sein Amt an.
  • Deutsche und Dänen beginnen den Wendenkreuzzug, bei dem sie Demmin und Stettin belagern.
  • Bischof Adalbert überzeugt die christlichen Fürsten, dass sie bereits christliche Städte erneut christianisieren wollen. Die Belagerer ziehen ab.

1148

  • Herzog Ratibor I. erscheint vor einer säschsischen Fürstenversammlung in Havelberg und bekennt sich erneut zum Christentum, das er im Herzogtum weiter voran treiben will.

1153

  • Herzog Ratibor und seine Gattin Pribislawa gründen in Stolpe bei Anklam das erste pommersche Kloster nach den Regeln des hl. Benedikt. Der Konvent der Benediktiner kommt aus Bergen bei Magdeburg. Anderen Quellen zu folge, kann das Kloster Stolpe bereits nach dem Slawenkreuzzug 1147 entstanden sein. Mehr zum Kloster Stolpe finden Sie hier http://www.edition-pommern.com/stolpe_artikel

1155

  • In der Nähe der Burg Usedom auf der Insel Usedom gründen Prämonstratenser das Kloster Grobe. 1309 verlegen die Mönche das Kloster nach Pudagla.

1156

  • 7. Mai: Herzog Ratbor I., der weitsichtige Politiker und Feldherr, stirbt. Er und später seine Gemahlin Pribislawa werden in dem von ihnen 1153 gestifteten Prämonstratenerskloster in Grobe bei der Burg Uznam auf der Insel Usedom beigesetzt. Bogislaw I. (von Stettin) und Kasimir I. (von Demmin), seine Neffen, werden die herzoglichen Nachfolger.

1158

  • 16. März: Ein Erlaß Kaiser Friedrichs I. Barbarossa (1152-1190) enthält den Küstenfluss Peene als Grenzfestsetzung.

1159

  • 8. Juni: In dieser Urkunde wird ausdrücklich ein Zoll erwähnt, der bei der Burg Usedom erhoben wird und dessen Einkünfte Bischof Adalbert von Pommern zu einem Drittel dem Kloster Grobe, später Pudagla, auf der Insel Usedom verleiht.
  • Sommer: Landung der Dänen auf der ranischen Inel Hiddensee und an der vorpommerschen Küste bei Barth. Das kriegerische Unternehmen gilt als 1. dänischer Wendenzug nach Pommern.
  • Herbst: Der 2. Wendenzug Dänemarks richtet sich gegen Arkona auf Rügen.

1160

  • Bildung der Genossenschaft der Gotland besuchenden deutschen Kaufleute, kurz „Gotländische Genossenschaft“. Sie ist der Vorläufer des späteren Städtebundes der Deutschen Hanse, dem ab dem 13. Jahrhundert auch die wichtigsten pommerschen Städte angehören.
  • Ein geplanter dänischer Kriegszug in das pommersche Odermündungsgebiet kann zunächst durch die Vermittlung eines slawischen Unterhändlers namens Dombor verhindert werden. Im August d. J. beginnt jedoch der 3. dänische Wendenzug König Waldemars im Bunde mit Heinrich den Löwen. Er betrifft zunächst Mecklenburg unter Fürst Niklot, anschließend Pommern und Rügen.

1162

  • Frühjahr: Kriegszug des Dänenkönigs Waldemar I. gegen die pommersche Stadt Wolgast, die den Peenestrom kontrolliert. Er gilt als 4. dänischer Wendenzug nach Pommern.

1164

  • Die von Mai bis Juli zur militärischen Unterstützung Heinrichs des Löwen erfolgten dänischen Feldzüge unter Waldemar und Absalon, die sich gegen Wolgast, Demmin und Gützkow richten und schließlich zur Schlacht bei Verchen führen, gelten als 5. Wendenzug Dänemarks.
  • 6. Juli: Bedingt durch die Machtansprüche des seinerzeit einflußreichsten deutschen Territorialfürsten Heinrich des Löwen (1129-1195), Herzog von Sachsen und Bayern, auf Mecklenburg und Pommern, kommt es mit den sich widersetzenden Mecklenburgern und Pommern zu der mörderischen „Schlacht bei Verchen“ am Kummerower See unweit Demmin. Heinrich der Löwe, der sich der Hilfe des dänischen Königs Waldemar I. versichern konnte, besiegt die vereinigten Mecklenburger und Pommern unter ihren Fürsten Pribislaw von Mecklenburg (1160-1178) und den pommerschen Herzögen Bogislaw I. und Kasimir I.
  • Mitte Juli: Dem Prior des Benediktinerklosters Stolpe an der Peene Helmvig gelingt es, dass die verfeindeten Fürsten Friedensverhandlungen im Kloster Stope aufnehmen. Neben der Unterzeichnung des Friedensvertrages und der Beuteaufteilung zwischen Waldemar und Heinrich wird zur Stärkung ihres Bündnisses im Kloster auch die Verlobung von König Waldemars Sohn Knud, dem späteren dänischen König (1182-1202) und der Tochter Heinrichs des Löwen, Gertrud, beschlossen.
  • Herbst: 6. dänischer Wendenzug nach Rügen (Schaprode)

1165

  • Frühjahr: 7. dänischer Wendenzug nach Rügen (Arkona, Zudar, Garz).
  • Herbst: 8. dänischer Wendenzug nach Arkona, Jasmund, Mönchgut und „Strela“, das spätere Stralsund.

1166

  • März/April: 9. dänischer Wendenzug gegen Tribsees.
  • Mai: 10. dänischer Wendenzug gegen „Ostrozno“, das Land Wusterhusen am südlichen Greifswalder Bodden, anschließend gegen Demmin, Wolgast und die Burg Usedom.
  • September/Oktober: 11. dänischer Wendenzug richtet sich gegen Demmin, Wolgast und die Insel Usedom.

1168

  • Mai/Juni: Die Eroberung der Insel Rügen mit der Tempelburg Arkona sowie der Fürstenresidenz Garz durch die Dänen unter Waldemar I. und Bischof Absalon im Bunde mit Heinrich den Löwen und den Pommernherzögen gelten als 12. dänischer Wendenzug in slawische Gebiete. Dabei werden das Swantevitheiligtum auf Arkona und der Tempel auf der Burg Charenza in Garz zerstört.
  • Fürst Jaromar von Rügen wird Lehnsmann des Dänenkönigs.

1169

  • Papst Alexander III. unterstellt die Insel Rügen dem Bistum Roskilde zum Zwecke der Christianisierung. Rügen gehört bis zur Reformation zum Bistum Roskide.

1170

  • Herbst: 13. dänischer Wendenzug führt ins Stettiner Haff gegen Wollin, Cammin und Stettin.

1171

  • Mai: 14. dänischer Wendenzug gegen Tribsees.
  • 9. September: Der pommersche Herzog Kasimir I. weilt bei Bischof Berrno von Schwerin und ist bei der Weihe des Schweriner Doms zugegen. Der Pommernherzog fördert zugleich das Prämonstratewnserkloster Broda beim späteren Neubrandenburg im Land der slawischen Redarier.

1172

  • Der Geistliche Helmold von Bosau (um 1120-um 1177), Schüler des Bischofs Gerold von Lübeck und Pfarrer zu Bosau am Plöner See, vollendet sein Werk „Chronica slavorum“ (Slawenchronik), in der er die Geschichte der Unterwerfung und Missionierung der slawischen Völkerschaften des deutschen Nordostens vom christlichen Standpunkt aus behandelt. Der Benediktinermönch Arnold (von Lübeck) führt dieses Werk bis zum Jahre 1209 hin fort. Helmolds Chronik ist eine der wichtigsten Quellen zur mittelalterlichen deutschen Geschichte und überliefert zugleich etliche Details zur damaligen historischen Entwicklung Pommerns.

1173

  • Wartislaw, Kastellan von Stettin, gründet das Zisterzienserkloster Kolbatz; der Konvent kommt von Esrom.
  • Für dieses Jahr ist das erste deutsche Dorf in Pommern, die „villa teutonicum“, das spätere Hohenkrug im Stettiner Raum, in der Gründungsurkunde des Klosters Kolbatz erwähnt.
  • 15. dänischer Wendenzug gegen Wollin, Cammin, Usedom und Stettin.

1174

  • Hermannus Teutonicus ist als erster deutscher Ritter im Gefolge des Pommernherzogs Kasimir I. nachweisbar.
  • Herzog Kasimir I. erlaubt dem Konvent des Klosters Dargun die Ansiedlung von „Deutschen, Dänen, Slawen oder gleich welchen Stammes …“ auf klösterlichem Grund und -boden.
  • Vorgesehener dänischer Feldzug in slawische Gebiete an der südlichen Ostseeküste wird mit einem Friedensschluß auf zwei Jahre verhindert.

1175

  • Unter Pommernherzog Kasimir I. von Demmin (1159-1180) beginnt 1175 der Bau des Sankt-Johannisdoms zu Cammin. Im Dom fanden fünf Mitglieder des Herzogshauses und acht Bischöfe ihre letzte Ruhestätte.

1176

  • Bischof Konrad I. von Salzwedel verlegt den Bischofssitz von Wollin nach Cammin.

1177

  • 26. April: Bogislaw I. von Pommern-Stettin (1156-1187) versucht sich Polen in dynastischer Hinsicht anzunähern und weilt zu Gast bei dem polnischen Herzog Mieszko III. (1146-1202) in Gnesen, um seine Ehe mit der Herzogstochter Anastasia vorzubereiten.
  • Juni bis August: 16. dänischer Wendenzug König Waldemars mit Heinrich den Löwen nach Wolgast, Groswin (Anklam?) und Demmin.

1178

  • Frühjahr: 17. dänischer Wendenzug ins Land Wusterhusen und Wolgast.

1180

  • Herzog Kasimir stiftet das Prämonstratenserkloster Belbuck bei Treptow a. d. Rega.
  • Kasimir I. von Pommern-Demmin verwickelt sich in Kämpfe mit Markgraf Otto I. von Brandenburg (um 1128-1184) und kommt um. Nach dessen Tode wird sein Bruder Bogislaw I. von Stettin der Erbe und regiert nunmehr bis zu seinem Tode (18. März 1187) Pommern allein.

1181

  • Kaiser Friedrich I. Barbarossa belehnt in Lübeck Herzog Bogislaw I. mit dem Herzogtum S1awien (Pommern), das dadurch reichsunmittelbar wird.

1184

  • Gründung des Sankt-Peter-Hofes in Nowgorod, einer künftig bedeutenden hansischen Niederlassung.
  • Pfingsten: Die für die Dänen siegreiche Seeschlacht von Darsimhövd (Ludwigsburger Haken) im Greifswalder Bodden zwischen der dänisch-rügischen und pommerschen Flotte, gilt als 18. dänischer Wendenzug.
  • Juli/August: 19. dänischer Wendenzug gegen Wolgast, Usedom, Wollin und die Swinemündung.
  • Nach dem 22. September: 20. dänischer Wendenzug gegen Tribsees.

1185

  • April/Mai: 21. dänischer Wendenzug gegen Wolgast, Groswin und Cammin. Herzog Bogislaw I. von Stettin erkennt die dänische Lehnshoheit unter König Knud VI. an.

1186

  • 2. März: Der Kamminer Bischof Konrad stirbt. Sein Nachfolger wird Siegfried, der Probst des Kapitels.
  • Das Dorf Brode bei Pyritz gelangt in den Besitz eines gewissen Walter, sicherlich eines deutschen Ritters.

1187

  • Der aus Franken nach Stettin zugezogene Kaufmann Beringer stiftet in der Oberstadt die St. Jakobikirche.

1188

  • Das Bistum Cammin wird unmittelbar dem Papst unterstellt.

1189

  • 22. dänischer Wendenzug gegen Pommern?

1190

  • Wiederaufbau des in den dänisch-pommerschen Kriegen zerstörten Stettin, das „Burstaborg“ der Nordländer.

1193

  • Fürst Jaromar I. von Rügen (gest. 1217/18) gründet das Zisterzienserinnenkloster in Bergen.

1194

  • Wahrscheinlich wird der Greif das erste Mal in einem Siegel von einem der beiden Söhne Bogislaws I. von Pommern geführt.

1198

  • 1198/99, Winter: Der Krieg zwischen Dänemark unter König Knud VI. und Bischof Peter Sunesen von Roskilde (1191-1214) und Brandenburg unter Markgraf Otto II. (um 1147-1205) um Ansprüche in Pommern gilt als 23. dänischer Wendenzug. Die Brandenburger verheeren dabei das dänisch besetzte Pommern in der Gegend um Tribsees

1199

  • Auf Wunsch Fürst Jaromars I. und Bischof Sigwins gründen Zisterziensermönche aus Dargun das Kloster Eldena bei Greifswald.

13. Jahrhundert

1214

  • Herzog Bogislaw II. schenkt dem Kloster Belbuck das Dorf Cossalitz (Köslin).

1217

  • Papst Honorius II. bestätigt die Privilegien des Bistums Cammin und behandelt den Camminer Bischof Sigwin als völlig unabhängigen Kirchenfürsten.

1225

  • Herzog Konrad von Masowien ruft den Deutschen Ritterorden zur Hilfe gegen die heidnischen Prussen und überlässt ihm das eroberte Land.

1226

  • Beginn der Regierungszeit (bis 1278) Herzog Barnims I., bis 1264 gemeinsam mit Herzog Wartislaw III. von Demmin.
  • Beide Gründen in Ihrer Regierungszeit zahlreiche Städten nach deutschem Recht.

1227

  • Herzog Swantepolk II. von Pomerellen, Dux Pomeraniae, erwirbt von Herzog Ratibor II.das Land Schlawe.
  • Nach der Niederlage in der Schlacht von Bornhöved verzichtet König Waldemar II. von Dänemark auf die Herrschaft in den Wendenländern. Nur das Fürstentum Rügen bleibt unter seiner Oberhoheit.

1231

  • Kaiser Friedrich II. bestätigt den brandenburgischen Markgrafen in Ravenna das Herzogtum Pommern als Lehen. Damit ist Pommern ins Deutsche Reich eingegliedert, es führt jedoch zu ständigen Auseinandersetzungen zwischen Pommern und Brandenburg.
  • Fürst Wizlaw I. von Rügen gründet das Kloster Neuenkamp.

1234

  • Herzog Barnim I. schenkt dem Templerorden das Land Bahr.
  • Stralsund, Bahn und Prenzlau sind die ersten pommerschen Städte.

1240

  • Herzog Barnim I. übergibt Bischof Konrad III. von Salzwedel das ganze Land Stargard an der Ihna.

1241

  • Fürst Wizlaw I. von Rügen und Herzog Wartislaw III. von Demmin erlauben dem Kloster Eldena, auf seinem Territorium einen Wochenmarkt abzuhalten; Marktort ist das heutige Greifswald.

1243

  • Barnim I. verleiht am 03.04. der gesamten Siedlung Stettin Magdeburger Stadtrecht.
  • Erstmalig urkundliche Erwähnung des Ortes Anklam.

1248

  • Bischof Wilhelm von Cammin schließt mit Herzog Barnim I. einen Tauschvertrag, in dem er statt des Landes Stargard die östlich der Persante gelegene Hälfte des Landes Kolberg erhält.

1250

  • Im Vertrag von Hohenlandin treten Barnim I. und Wartislaw III. die nördliche Uckermark an Brandenburg ab; sie erhalten von den Markgrafen von Brandenburg die Belehnung zur gesamten Hand.

1252

  • Herzog Swantepolk II. von Pomerellen stiftet das Zisterzienserkloster Buckow Bischof Hermann von Gleichen verlegt seine Residenz von Cammin nach Kolberg.

1264

  • Mit dem Tod Herzog Wartislaws III. wird Pommern-Demmin mit Pommern unter Herzog Barnim I. vereinigt. Swantepolk II. von Pomerellen setzt Herzog Barnim I. zum Erben seines Teilherzogtums Schwetz ein.
  • Die „Bürger der Stadt Anklam“ erhalten durch eine Urkunde des pommerschen Herzogs das Recht, zollfrei in Pommern Schifffahrt zu betreiben.

1266

  • Bischof Hermann von Gleichen verleiht, „Cossalitz” (Köslin) lübisches Stadtrecht.
  • Die askanischen Markgrafen von Brandenburg erwerben Burg und Land Schivelbein.

1283

  • Die Stadt Anklam wird als Mitglied der Hanse aufgenommen.

1286

  • Herzog Przemislaw II. von Polen schenkt dem Templerorden das Land Tempelburg.

1295

  • Mit dem Tod Mestwins II. von Pomerellen stirbt das Herzogshaus von Danzig aus. Jahrelange Erbstreitigkeiten zwischen Polen, Brandenburg und Pommern folgen.
  • Am 01.07. erzwingen die Stände eine Teilung Pommerns, um weitere Streitigkeiten der herzoglichen Brüder zu beenden.

1298

  • Am 23. Dezember 1298 erhielt die deutsche Siedlung Usedom Lübisches Stadtrecht.

14. Jahrhundert

1309

  • Im Vertrag von Soldin erhält der Deutsche Ritterorden Pomerellen. Markgraf Waldemar von Brandenburg verzichtet gegen eine Zahlung von 10000 Mark Silber auf seine Anrechte in Pomerellen.

1312

  • Der Deutsche Ritterorden erwirbt das Land Schlochau.

1317

  • Markgraf Waldemar tritt Herzog Wartislaw IV von Wolgast die Länder Stolp, Schlawe und Rügenwalde ab.

1319

  • Garz auf Rügen wird erstmals als Stadt erwähnt.
  • Witzlaw II. von Rügen verkauft für 1000 Wendische Mark der Stadt Stralsund seine Münze, unter Vorbehalt des Rückkaufs innerhalb von 20 Jahren.

1323

  • König Ludwig überträgt nach dem Aussterben der Askanier seinem Sohn die Mark Brandenburg mit den Herzogtümern Stettin und Demmin.

1325

  • Am 8.11. stirbt Fürst Wizlaw III. von Rügen erbenlos. Nach einem dreijährigen Erbfolgestreit kommt das Fürstentum Rügen zu Pommern.

1329

  • Der Deutsche Ritterorden erwirbt das Land Bütow.

1338

  • Auf dem Reichstag zu Frankfurt am Main erhält Herzog Barnim III. die Reichsfreiheit für Pommern-Stettin, muss aber die Eventualerbfolge Brandenburgs akzeptieren.

1341

  • Die Bürger von Stolp lösen sich selbst aus der Verpfändung an den Deutschen Ritterorden aus und bleiben bei Pommern.
  • Hochmeister Dietrich von Altenburg verleiht der Stadt Lewinburg (Lauenburg) Kulmer Stadtrecht.

1348

  • Kaiser Karl IV. belehnt die pommerschen Herzöge mit Pommern und Rügen als reichsunmittelbarem Herzogtum und hebt die Eventualerbfolge Brandenburgs auf.

1352

  • Die ersten Wallfahrten zum Gollen bei Köslin werden unternommen.

1354

  • Im Vertrag von Oderberg erhält Pommern die östliche Uckermark.

1356

  • Das Bistum Cammin muß die herzogliche Schutzherrschaft anerkennen.
  • Bischof Johann I. wird erster herzoglicher Rat.

1363

  • Kaiser Karl IV. heiratet in Krakau Elisabeth von Pommern, Tochter Herzog Bogislaws V. von Stolp.

1367

  • Am 19.11. schließen sich die Städte Lübeck, Rostock, Wismar, Stralsund u. a. in der Kölner Konföderation zum Krieg gegen König Waldemar IV von Dänemark und Norwegen zusammen.

1368

  • Markgraf Otto der Faule von Brandenburg muss im Frieden von Dramburg das Land Deutsch-Krone an König Kasimir von Polen abtreten.

1370

  • Im Frieden von Stralsund (in der Kirche St. Nikolai geschlossen) muss König Waldemar IV. von Dänemark der Hanse die Handelsfreiheit in ganz Dänemark zugestehen.

1372

  • Am 8.6. wird das Herzogtum Wolgast geteilt. Die Herzöge Wartislaw VI. und Bogislaw VI. erhalten Wolgast, Bogislaw V Stolp. Teilung des Restherzogtums Wolgast. Bogislaw VI. erhält Rügen, Barth und Stralsund, Wartislaw VI. Wolgast, Usedom und Greifswald.

1377

  • Am 22.7. schließt Kaiser Karl V. mit seinen Schwagern, den hinterpommerschen Herzögen, und Bischof Philipp von Cammin ein Landfriedensbündnis.
  • Durch ein verherendes Feuer brennt fast die gesamte Stadt Anklam nieder. Nur die Marienkirche und einige Häuser in der Nähe der Kirche überstehen die Feuersbrunst.

1386

  • Der Hochmeister des Deutschen Ritterordens, Konrad Zöllner von Rothenstein, schließt mit den Herzögen Wartislaw VII. und Bogislaw VIII. in Lauenburg ein Verteidigungsbündnis gegen Polen.

1396

  • Herzog Erich von Pommern wird nach seiner Wahl in Norwegen auch von Dänemark und Schweden zum König gewählt. Er ist Mitregent der Königin Margarete.

15. Jahrhundert

1402

  • Sigismund, Kurfürst von Brandenburg und König von Ungarn, verkauft die Neumark an den Deutschen Ritterorden.

1410

  • Herzog Kasimir V. von Stettin unterstützt mit 600 Reitern den Deutschen Orden in der Schlacht bei Tannenberg.
  • Herzog Bogislaw VIII. von Stolp huldigt dem polnischen König Wladislaw II. Jagiello vor der Marienburg; dafür verspricht dieser ihm Bütow, Hammerstein, Baldenburg, Friedland, Schlochau und Schivelbein auf Lebenszeit.

1412

  • Pommern führt einen Krieg gegen Brandenburg um die Uckermark.
  • Herzog Erich I., Sohn Wartislaws VII. von Stolp, Großneffe der Königin Margarete von Dänemark, Norwegen seit 1389 auch von Schweden, ist nach ihrem Tod König der Kalmarer Union (1438).

1417

  • Auf dem Konzil von Konstanz am 25.5. belehnt Kaiser Sigismund den Herzog Wartislaw IX. mit Wolgast, Barth und Rügen, und Bischof Magnus erhält als selbständiger Reichsfürst das Bistum Cammin zum Lehen. Am 31.05. stellt er Herzog Otto II. und Herzog Kasimiar V. von Stettin einen Lehnsbrief aus.

1420

  • Brandenburg besiegt in der Schlacht bei Angermünde die pommerschen Herzöge mit ihren verbündeten Dänemark, Mecklenburg, Magdeburg und Polen; Pommern verliert die Uckermark an Brandenburg.

1422

  • Das Bistum Cammin wird selbständiges Fürstentum.

1425

  • Am 6.12. wird das Herzogtum Wolgast, das Wartislaw VIII. wieder vereinigt hatte, erneut in die Länder Barth für die Herzöge Barnim VIII. und Swantibor II. und Wolgast für Wartislaw IX. geteilt.

1427

  • Die Stadt Anklam wird zeitweilig aus der Hanse ausgeschlossen, da Sie sich nicht am 2. Feldzug gegen Dänemark beteiligt.

1433

  • Die Hussiten verwüsten die Neumark und das östliche Pommern.

1439

  • Das Land Tempelburg, seit 1312 dem Johanniterorden gehörend, wird zur polnischen Starostei Draheim.

1455

  • Der Deutsche Ritterorden muss die Neumark an den Markgrafen Friedrich II. von Brandenburg verkaufen.

1456

  • Der Greifswalder Bürgermeister Heinrich Rubenow gründet zusammen mit Herzog Wartislaw IX. und Bischof Henning Iven die Greifswalder Universität; am 29. 5. erlässt Papst Calixtus III. ihre Stiftungsbulle.

1464

  • Herzog Otto III. von Stettin stirbt erbenlos; der Stettiner Erbfolgestreit beginnt.

1466

  • Am 21.1. schließen die Herzöge Erich II. und Wartislaw X. in Soldin einen Vertrag mit Kurfürst Friedrich von Brandenburg, in dem sie das Herzogtum Stettin von ihm für sich und ihre Erben als Lehen nehmen.
  • Am 11.10.erhält Herzog Erich II. nach Verhandlungen mit den Söldnerhauptleuten des Deutschen Ritterordens, im Einverständnis mit König Kasimir von Polen, die Schlösser Launburg und Bütow gegen eine Zahlung von 8000 Gulden.
  • Im 2. Thorner Frieden verliert der Deutsche Ritterorden Pomerellen an Polen.

1472

  • Im Prenzlauer Frieden werden Pommern-Wolgast und Pommern-Stettin wiedervereinigt. Kurfürst Albrecht von Brandenburg erhält den Titel und das Wappen des Herzogtums Stettins zugesprochen; die Herzöge Erich II. und Wartislaw X. erhalten das Herzogtum Stettin als brandenburgisches Lehen. Die Uckermark verbleibt bei Brandenburg.

1477

  • Am 21.9. heiratet Herzog Bogislaw X. Margarete von Brandenburg, Tochter des Kurfürsten Friedrich II.

1478

  • Nach dem Tod seines Onkels, Herzog Wartislaw X. übernimmt Herzog Bogislaw X. die Herrschaft über ganz Pommern.

1486

  • Herzog Bogislaw X. bringt in einem Vertrag den Camminer Bischof Benedikt von Waldstein vollständig in seine Abhängigkeit.

1487

  • Stettin wird zur ständigen Herzogsresidenz.

1491

  • Am, 2.2. heiratet Herzog Bogislaw X. Anna von Polen, Tochter König Kasimirs. Dieser Ehe gehen fünf Söhne und drei Töchter hervor.

1493

  • Herzog Bogislaw X. erreicht im Pyritzer Vergleich die Aufhebung des Lehnsempfangs und der Eidleistung von Brandenburg, nicht jedoch die Aufhebung der Eventualerbfolge.

1497

  • Herzog Bogislaw X. erhält von Papst Alexander VI. das Recht, die Propststellen in den Domkapiteln zu besetzen.
  • Infolge des Patronatsrechtes bei zahlreichen Kirchen hat der Herzog ein wichtiges Mitspracherecht bei der Ernennung der Pfarrer.
  • Durch die Umwandlung des Ablagerechtes in eine ständige Geldzahlung bringt Herzog Bogislaw X. die Feldklöster in seine Abhängigkeit.

 16. Jahrhundert

1504

  • Der Rat der Stadt Treptow a. d. Rega beruft Johannes Bugenhagen zum Rektor der dortigen Lateinschule.

1521

  • Herzog Bogislaw X. erhält auf dem Reichstag von Worms am 28.5. von Kaiser Karl V einen Lehnsbrief für ganz Pommern.
  • Johann Knipstro predigt in Pyritz die Lehre Luthers.

1522

  • Herzog Bogislaw X. säkularisiert als erster deutscher Reichsfürst ein Kloster, das z. T verlassene Prämonstratenserkloster Belbuck.

1526

  • Die Herzöge Georg und Barnim IX. erhalten in Danzig von König Sigismund von Polen einen Lehnsvertrag für die Lande Lauenburg und Bütow.

1529

  • Grimnitzer Vertrag verzichten die brandenburgischen Kurfürsten endgültig auf die Lehnshoheit über Pommern, behalten aber die Eventualerbfolge.

1530

  • Auf dem Reichstag in Augsburg verleiht Kaiser Karl V. den Herzögen Pommern als reichsunmittelbares Herzogtum.

1532

  • Pommern wird in die Herzogtümer Wolgast für Herzog Philipp I .und Stettin für Herzog Barnim IX. geteilt.

1534

  • Auf dem Landtag von Treptow soll die Einführung der Reformation beschlossen werden. Der Auszug des Adels und des Bischofs verhindern einen förmlichen Beschluss. Trotzdem führt Bugenhagen mit Billigung der Herzöge die Reformation durch. Die Klöster werden säkularisiert, Mönche und Nonnen vertrieben.

1535

  • Bugenhagen veröffentlicht die neue Kirchenordnung.
  • König Ferdinand fordert von den Herzögen den Klosterbesitz für die Orden zurück.

1536

  • Martin Luther traut Herzog Philipp I. von Wolgast mit Maria von Sachsen, Tochter des Kurfürsten Johann des Beständigen.
  • Der Wolgaster Kanzleisekretär Thomas Kantzow verfasst die Pomeranian (1536-1542), eine Chronik Pommerns, zuerst in niederdeutscher, dann erweitert in hochdeutscher Sprache.

1537

  • Vor dem Bauernlegen in Vor- und Mittelpommern geflohene Bauern gründen bei Neustettin das Dorf Galow.

1539

  • Herzog Philipp I. eröffnet die Greifswalder Uni als streng lutherische Hochschule neu.

1544

  • Bischof Erasmus von Manteuffel, letzter katholischer Bischof von Cammin, stirbt in Bast.
  • In Basel erscheint die „Cosmographia” von Sebastian Münster, wo unter anderem eine Beschreibung Pommerns und die erste gedruckte Landkarte von Pommern zu finden ist.

1551

  • Der evangelische Bischof Martin Weiher erhält von Papst Julius III. in einer Bulle vom 5. 10. eine päpstliche Bestätigung. Er lässt sich jedoch nicht weihen.

1559

  • Eine Visitationskommission in Stettin leitet das systematische Bauernlegen ein.

1568

  • Beginn des Baues einer Wasserleitung in Demmin.

1569

  • Herzog Barnim IX. von Stettin tritt von seinem Amt zurück und übergibt sein Herzogtum seinem Neffen Herzog Johann Friedrich.
  • Im Saaler Bodden wird nach Grenzstreitigkeiten die Grenze zwischen Pommern und Mecklenburg festgelegt, die bis 1945 bestand hatte.

1572

  • Das Stettiner Handelshaus der Loitz geht Bankrott.

1582

  • Herzog Bogislaw XIII. von Barth gründet in Barth die „Fürstliche Druckerei“, die dritte in Pommern.

1587

  • Herzog Bogislaw XIII. gründet Franzburg als Stadt für Künstler, Kaufleute und Gewerbetreibende.

1588

  • Hans Witten druckt in Barth die berühmte niederdeutsche Barther Bibel.

17. Jahrhundert

1616

  • Die „Bauern- und Schäferordnung” für das Herzogtum Stettin erlaubt das Bauernlegen.
  • 200 Soldaten werden auf Bitten der Lehnsleute angeworben, um die Lande Lauenburg und Bütow vor polnischen Soldaten zu schützen.

1617

  • Herzog Philipp II. von Stettin erwirbt aus Augsburg den „Pommerschen Kunstschrank”.
  • Das Stettiner Hofgericht zwingt die v. Massow, Rummelsburg das Stadtrecht zu gewähren.

1618

  • Der Rostocker Mathematikprofessor Eilhard Lubin entwirft für Herzog Philipp II. eine große Karte von Pommern.
  • Propst Librarius von Deutsch-Krone holt Jesuiten zur Durchführung der Gegenreformation in die Stadt.
  • Beginn des Dreißigjährigen Krieges (bis 1648).

1620

  • Auf dem Rabenstein bei Stettin wird Sidonia v. Borcke nach einem Hexenprozess mit hochnotpeinlicher Befragung hingerichtet und verbrannt.

1625

  • Herzog Bogislaw XIV tritt die Regierung an. Pommern ist wieder vereinigt.

1627

  • In der Kapitulation von Franzburg muss Herzog Bogislaw 10 Regimenter Wallensteinscher Truppen, insgesamt 22000 Soldaten, zum Schutz gegen eine schwedische Invasion in Pommern einquartieren und versorgen.
  • Wallensteins Truppen belagern erfolglos Stralsund.

1630

  • König Gustav II. Adolf von Schweden landet mit einem Invasionsheer bei Peenemünde

1634

  • Eine Regimentsverfassung wird erlassen, um eine Regierung Pommerns nach dem Tod des erbenlosen Herzogs Bogislaw XIV. zu sichern und eine Machtübernahme durch die Schweden zu verhindern.

1637

  • Am 10.3. stirbt Herzog Bogislaw XIV, mit ihm erlischt das Greifengeschlecht. Die Lande Lauenburg und Bütow fallen als erledigtes Lehen an Polen zurück.

1638

  • Der brandenburgische Kurfürst Georg Wilhelm hat einen Lehnsbrief des Kaisers erhalten. Die „fürstlich pommerschen hinterlassenen Räte” treten von ihren Ämtern zurück. Schweden übernimmt die Verwaltung des Landes.

1640

  • Der Stettiner Rektor]ohannes Micraelius schreibt seine „Sechs Bücher vom alten Pommernland”.
  • Baldenburger Bürger erschießen den katholischen Pfarrer Simon Martin in der Kirche und äschern ihn ein.
  • Die Herzogswitwe Hedwig von Braunschweig gründet in Neustettin ein protestantisches Gymnasium.

1648

  • Im Westfälischen Frieden erhält Brandenburg Hinterpommern und das Bistum Cammin. Schweden erhält Vorpommern mit Stettin, Rügen und einen Landstreifen östlich der Oder.

1650

  • Herzog Ernst Bogislaw von Crov letzter Titularbischof von Cammin, muss gegen eine Zahlung von 100000 Talern auf alle Rechte im Bistum zugunsten der Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg verzichten.

1653

  • Im Stettiner Grenzrezeß wird die Teilung Pommerns festgeschrieben; Brandenburg übernimmt die Verwaltung von Hinterpommern.
  • Herzog Ernst Bogislaw von Croy wird Statthalter von Hinterpommern.

1654

  • Herzog Bogislaw XIV. wird in der Gruft der Stettiner Schlosskirche beigesetzt.
  • Eine „Regimentsverfassung” ordnet die Verwaltung im brandenburgischen Pommern.

1655

  • König Karl X. Gustav führt den schwedisch-polnischen Krieg (1655-1657), in dessen Verlauf Mittelpommern verwüstet wird.

1657

  • Brandenburg gewinnt im Bromberger Vertrag als polnischer Verbündeter Lauenburg und Bütow, später Draheim (1668) als erbliches Lehen von Polen.

1660

  • Im Frieden von Oliva wird die Souveränität Preußens allgemein anerkannt.

1663

  • Der Landtag in Wolgast erlässt die „Regimentsform der Königlich Schwedisch-Vorpommerschen Regierung”.

1665

  • Die Jesuiten in Deutsch-Krone gründen eine höhere Schule, vor allem für Söhne des pommerschen Adels, das später berühmte „Athenäum”.

1669

  • Michael Birgel baut im Auftrag Herzog Ernst Bogislaws von Croy die schönste Orgel Pommerns im Camminer Dom.

1674

  • Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg führt Krieg gegen Schweden (1674-1679) und erobert ganz Vorpommern.

1679

  • Im Frieden von St. Germain muss der Kurfürst ganz Vorpommern bis auf den Landstreifen östlich der Oder wieder an die Schweden herausgeben.

1685

  • Nach dem Edikt von Potsdam nimmt Brandenburg-Preußen französische Hugenotten auf.

1689

  • In Stargard wird eine Münze eröffnet, die für Pommern einheitliche Münzen herausgibt herzogliche und polnische Münzen werden aus dem Verkehr gezogen.

1694

  • Brennt die Stadt Regenwalde bis auf vier Häuser ab.

18. Jahrhundert

1700

  • Beginn des Nordische Krieges zwischen Schweden und Russland (bis 1721).

1701

  • Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg-Preußen wird in Königsberg zum König von Preußen gekrönt.

1710

  • Durch den Nordischen Krieg dringen nun sächsische, polnische und russische Truppen in Vorpommern ein.

1712

  • Am 10. August 1712 kam der russische Zar Peter I. in Begleitung von Feldmarschall Fürst Menschikow nach Greifswald..

1717

  • Der „Stumme Reichstag” Polens beschließt, alle seit 1632 erbauten protestantischen Kirchen abreißen zu lassen.
  • In der späteren Grenzmark entstehen große Unruhen.

1719

  • König Friedrich Wilhelm I. hebt auf den königlichen Domänen die Leibeigenschaft auf.

1720

  • Im Frieden von Stockholm erhält Preußen Stettin, Usedom, Wollin und Vorpommern bis zur Peene gegen Zahlung von 2 Millionen Talern.

1723

  • Die „Pommersche und Camminsche Regierung” wird von Stargard nach Stettin verlegt.
  • In Stettin wird die Kriegs- und Domänenkammer eingerichtet.

1724

  • In einer preußischen Kreisverwaltungsreform werden die zersplitterten Ämter und Vogteien zusammengefasst.

1727

  • Erstmals werden in Torgelow Kartoffeln angebaut.

1732

  • Die erste Lehrerbildungsanstalt wird in Stettin eröffnet

1737

  • Die seit 1730 angelegten Moorsiedlungen an der Zarow werden im Amt Königsholland zusammengefasst.

1745

  • Der Camminer Domherr Ewald Jürgen v. Kleist erfindet die elektrische Verstärkerflasche, ein Vorläufer des Kondensators.

1746

  • Der völlig verfallene Finow-Kanal zwischen Berlin und Stettin wird wiederhergestellt.

1747

  • Ab 1747 wird der Oderbruch wird bei Gartz, Greifenhagen, Stettin, Altdamm und Gollnow entwässert.

1752

  • Die Oderzölle werden aufgehoben, damit ist der Weg von Stettin nach Schlesien frei.

1754

  • König Friedrich II. stellt die Gründungsurkunde für ein Hüttenwerk in Torgelow aus, das die Raseneisenerzlager der Umgebung ausbeuten soll.

1756

  • Beginn des Siebenjährigen Krieges. Russische Heere verwüsten mehrfach Pommern.
  • Der Kammerherr Friedrich v. d. Osten beginnt in Plathe mit dem Aufbau seiner „Pommerschen Bibliothek“, die schließlich 12000 Bände umfasst.

1757

  • Schweden dringen über die Peene vor und Besetzen kurzfristig das preußische Demmin.

1758

  • Russische Truppen dringen in die Neumark ein.
  • Am 25.08. kommt es zur Schlacht bei Zorndorf.
  • Kolberg wird belagert.

1759

  • General Soltikoff schlägt am 12. 8. König Friedrich II. bei Kunersdorf in der Neumark.

1760

  • Zweite russische Belagerung Kolbergs.

1761

  • Dritte Belagerung und Eroberung Kolbergs.
  • Die Russen nehmen ihr Winterquartier in Hinterpommern.

1762

  • Zar Peter III. schließt mit König Friedrich II. Frieden.
  • König Friedrich II. beauftragt den Geheimen Finanzrat Franz Balthasar Schönberg von Brenckenhoff, die Zustände im Lande zu untersuchen und Vorschläge zur Beseitigung der Kriegsschäden zu machen.

1765

  • In Stralsund erhält der Graveur der schwedischen Münze Johann Caspar Kern das alleinige Privileg, Spielkarten herzustellen. Damit legt er den Grundstein der „Vereinigten Altenburger und Stralsunder Spielkarten Fabrik AG”.
  • Swinemünde erhält das Stadtrecht.

1769

  • Prinzessin Elisabeth von Preußen wird nach Stettin verbannt, wo sie sich bis zu ihrem Tode bleibt.

1770

  • Der Seespiegel des Madüsees wird um 8 Fuß gesenkt, um Land für 8 Dörfer zu gewinnen.

1772

  • Erste Teilung Polens. Westpreußen und der Netzedistrikt kommen an Preußen.
  • Brenckenhoff beginnt mit der Regulierung der Netze und mit der Trockenlegung des Netzebruchs.

1773

  • Im Warschauer Vertrag tritt Polen die Länder Lauenburg und Bütow „erb- und eigentümlich” an Preußen ab und verzichtet auf das Wiedereinlöserecht für die Starostei Draheim.

1796

  • In Stettin werden 12.569 Einwohner gezählt.

1798

  • Der schwedische König bietet gegen eine Geldentschädigung dem preußischen König die Abtretung Schwedisch-Pommerns an. Wegen der übertriebenen Forderung werden die Verhandlungen jedoch abgebrochen.

19. Jahrhundert

1803

  • Ernst Moritz Arndt veröffentlicht seinen „Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen”.

1805

  • König Gustav IV. von Schweden schließt mit Russland einen Bund gegen Kaiser Napoleon.
  • König Friedrich Wilhelm II. von Preußen versucht, Norddeutschland neutral zu halten.

1806

  • König Gustav IV. von Schweden hebt in Vorpommern die Leibeigenschaft auf. Der Bauernstand kann jedoch nicht mehr wiederbelebt werden.
  • Nach der Niederlage Preußens bei Jena und Auerstädt flüchten Behörden und Minister aus Berlin nach Stettin.
  • Generalleutnant v. Romberg übergibt die Festung Stettin kampflos den Franzosen.

1807

  • Kolberg wird bis zum Frieden von Tilsit erfolgreich gegen die Franzosen verteidigt.
  • General v. Blücher wird zum Generalgouverneur von Pommern und Neumark.
  • Das Gebiet um Schneidemühl muß an das von Napoleon geschaffene Großherzogtum Warschau abgetreten werden.

1808

  • Die Steinsche Städteordnung bringt den Städten die Selbstverwaltung und Unabhängigkeit von adligen Grundherren

1809

  • Freiherr Ferdinand von Schill fällt in Stralsund im Kampf gegen die Franzosen.

1810

  • In Preußen wird die Guts- und Erbuntenänigkeit aufgehoben.

1811

  • Napoleons Armee zieht durch Pommern nach Russland.

1812

  • In Vorpommern wird die Dreifelderwinschaft durch die Feldgraswirtschaft, in Hinterpommern durch die brandenburgische Koppelwirtschaft ersetzt.

1815

  • Zur Verbesserung der Provinzialverwaltung wird das Amt des Oberpräsidenten geschaffen. Die neumärkischen Kreise Dramburg und Schivelbein werden der Provinz Pommern angegliedert. Auf dem Wiener Kongress wird Schwedisch-Pommern Dänemark zugesprochen, dieses tauscht es gegen das Herzogtum Lauenburg an der Elbe und 3,5 Millionen Taler mit Preußen.

1817

  • König Friedrich Wilhelm III. führt die Union der Lutheraner mit den Reformierten durch. Der Widerstand zahlreicher Pastoren führt zur Entstehung altlutherischer Gruppen, die z. T nach Amerika auswandern.

1818

  • In einer Verwaltungsreform werden territoriale Landkreise gebildet.

1821

  • Oberpräsident Sack wandelt die zunftartig gegliederte Kaufmannschaft Stettins in eine freie Korporation mit selbstgewählten Vorstehern um.

1822

  • Der Schuhmacher Johan Hartwig Schmidt wird in Stargard (Königsstraße) geboren.

1823

  • Pommern erhält mit Gesetz vom 01.07. eine landständische Verfassung mit einem eigenen Landtag.

1824

  • Die Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde wird in Stettin gegründet.

1825

  • Die Kreisordnung vom 17.08. teilt Pommern in 26 Kreise.

1826

  • Die „Kronprinzessin Elisabeth von Preußen“, das erste Dampfschiff auf der unteren Oder, nimmt den Linienverkehr zwischen Stettin und Swinemünde auf.

1830

  • Kolberg wird Seebad.

1840

  • Kugler schuf mit seiner „Pommerschen Kunstgeschichte” die erste kunstgeschichtliche Darstellung einer Landschaft.
  • Ferdinand Didier stellt erstmals in seiner Ziegelei in Podejuch feuerfeste Retorten her; sein Betrieb ist die erste pommersche Schamottefabrik.

1843

  • König Friedrich Wilhelm IV. eröffnet die erste pommersche Eisenbahnstrecke von Berlin nach Stettin.

1847

  • In Stettin, Stolp, Lauenburg, Köslin und anderen Städten kommt es zu Hungerkrawallen.

1851

  • Die Preußische Ostbahn nimmt die Strecke Kreuz-Schneidemühl-Bromberg in Betrieb.
  • Der Stettiner Kaufmann Gustav Adolf Toepfer kauft auf der ersten Londoner Industrieausstellung die erste Dampfmaschine für die Landwirtschaft.
  • Die Ingenieure Fürchtenicht und Brock gründen in Bredow die Vulkanwerft für Eisenschiffe.

1853

  • In Züllchow entsteht die erste deutsche Portland Zementfabrik, die „Stettiner Portland Zementfabrik AG”.

1857

  • Der Geheime Oberregierungsrat Dr. L. v. Beckedorf gründet auf seinem Gut in Grünhof, Kreis Regenwalde, das Aloysiusstift, das erste katholische nachreformatorische Kloster in Pommern.

1859

  • Baubeginn der Eisenbahnstrecke Stargard-Köslin-Stolp-Danzig.

1863

  • Baubeginn der Eisenbahnstrecke Stettin – Stralsund.

1872

  • In der Kreisreform vom 13.12. werden Stettin, Stralsund, Stolp und Stargard, später Greifswald und Kolberg kreisfrei. Der Kreis Fürstentum wird in die Kreise Kolberg-Körlin, Köslin und Bublitz aufgeteilt.
  • 13. November: Die Küste von Pommern wird von einer schweren Sturmflut heimgesucht. Bis heute gilt das Hochwasser als schwerstes Sturmhochwasser der Ostsee. 271 verloren dabei ihr Leben, über 15.000 wurden obdachlos.

1873

  • Die Festungen Stettin, Kolberg und Stralsund werden aufgehoben.

1874

  • Baubeginn der Kaiserfahrt durch die Insel Usedom.

1890

  • Stettin erhält ein privates Elektrizitätswerk.

1897

  • Zwischen Saßnitz und Trelleborg/Schweden wird eine Postdampferlinie eröffnet.
  • Graf Guido Henckel von Donnersmark gründet in Kratzwieck das Hochofenwerk „Kraft”.

1898

  • Kaiser Wilhelm II. eröffnet den Stettiner Freihafen.

20. Jahrhundert

1900

  • Die Stadt Grabow und die Orte Bredow und Nemit werden nach Stettin eingemeindet.

1907

  • Der Stettiner Oberbürgermeister Haken läßt auf dem Fort Leopold am Hafen die Hakenterrasse erbauen.

1908

  • Geheimrat Löffler eröffnet auf der Insel Riems die Tierversuchsanstalt und die Serumproduktion gegen Maul- und Klauenseuche.

1909

  • Die Eisenbahntrajektlinie Saßnitz-Trelleborg wird eröffnet.

1914

  • Beginn mit dem Ausbau des Großschiffahnsweges Berlin-Stettin.
  • Ausbruch des ersten Weltkrieges (1914-1918).

1915

  • Die ersten Brotmarken werden in Pommern eingeführt.

1916

  • Gründung des Pommerschen Künstlerbundes.

1918

  • Im zu einem Lazarett umgewandelten Alten Schützenhaus in Pasewalk liegt der verwundete Gefreite Adolf Hitler.

1919

  • Überfall polnischer Aufständischer auf die Schneidemühl.
  • Im Versailler Vertrag wird Pommern Grenzprovinz, da fast die ganzen Provinzen Posen und Westpreußen an Polen abgetreten werden müssen. Zahlreich Deutsche Flüchtlinge strömen aus den abzutretenden Gebieten nach Pommern.

1920

  • Unter Prälat Dr. Weimann wird in Tütz die Erzbischöfliche Delegatur für die deutsch verbliebenen Teile der Diözesen Kulm und Gnesen eingerichtet.

1922

  • Aus den Resten der Provinzen Posen und Westpreußen wird die Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen gebildet mit Schneidemühl als Hauptstadt.

1926

  • Die Apostolische Delegatur wird unter Prälat M. Kaller zur Freien Prälatur Schneidemühl erhoben.

1928

  • Die Vulkanwerft in Stettin wird stillgelegt und abgebrochen.
  • In einer Neuregelung der Gemeinden werden die Gutsbezirke als Verwaltungseinheiten aufgehoben.

1932

  • Der Regierungsbezirk Stralsund wird mit Stettin vereinigt.
  • In der letzten freien Reichstagswahl wird in Pommern die NSDAP von 43,1 v. H. gewählt und gewinnt 10 Mandate für den Reichstag

1936

  • Der Rügendamm, die Verbindung der Insel Rügen mit Stralsund, wird eröffnet.

1937

  • Im Naturschutzgebiet zwischen Karlshagen und Peenemünde entsteht die Heeresversuchsanstalt für Raketenwaffen, W. Dornberger und W v. Braun entwickeln und erproben die A4, später V2 genannt.

1938

  • Die Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen wird aufgelöst. Ihre nördlichen Kreise sowie die neumärkischen Kreise Arnswalde und Friedeberg werden Pommern angegliedert.

1939

  • Beginn des Zweiten Weltkrieges.
  • Der Kreis Randow wir aufgelöst.
  • Stettin wird zu Groß Stettin. Die Städte Altdamm und Pölitz, 36 Dörfer, die Buchheide und der Dammsche See werden eingemeindet.
  • In Pölitz entsteht das Hydrierwerk für synthetischen Treibstoff.

1944

  • Am 11.8. wird Schneidemühls Ausbau zur Festung wird angeordnet.

1945

  • Am 5. März 1945 besetzte die Rote Armee das Dorf Abtshagen im Landkreis Schlawe.
  • Die Rote Armee erobert ganz Pommern.
  • Die Oder-Neiße-Linie teilt die Provinz Pommern in den deutschen und polnischen Teil.
  • Im Sommer beginnt die von Polen als „durchdachte und organisierte Aussiedlungsaktion” bezeichnete Vertreibung der Deutschen.

1947

  • Greifswald wird zum Bischofssitz der Pommerschen Evangelischen Kirche.

1948

  • Gründung der Pommerschen Landsmannschaft.

1952

  • Vorpommern wird unter die Bezirke Rostock, Neubrandenburg und Frankfurt a. d. Oder aufgeteilt, um den Namen Pommern aus den sozialistischen Büchern verschwinden zu lassen.

1966

  • In Kiel wird die „Stiftung Pommern” gegründet.

1972

  • Abschluss des Warschauer Vertrages, in dem die Oder-Neiße-Linie als polnische Westgrenze, von der DDR, anerkannt wird.
  • In Hinterpommern werden die Bistümer Cammin-Stettin und Kolberg-Köslin gegründet.

1975

  • Eine Verwaltungsreform in Polen teilt Ostpommern auf sechs Wojewodschaften auf.

1986

  • Die Eisenbahntrajektlinie Mukran-Memel wird eröffnet.

1989

  • Zusammenbruch des „real existierenden Sozialismus” in den ehemaligen Ostblockstaaten. In Folge der politischen Veränderungen wird der Beitritt der DDR zur BRD möglich.

1990

  • Demonstrationen in Stralsund, Demmin und anderen Städten für ein eigenständigen Bundesland Pommern.

1991

  • Weitere Demonstrationen für ein eigenständiges Bundesland Pommern. Heute gehört der deutsche Teil Pommerns zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.
  • Die Landeshauptstadt wird Schwerin (Mecklenburg).

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