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Hans Fallada – nach wie vor

9783939680321

Hans Fallada – nach wie vor

Betrachtungen – Erinnerungen – Gespräche – biographische Splitter

Gunnar Müller-Waldeck

Edition Pommern
ISBN 978-3-939680-32-1
256 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
€ 19,90 (D)
Broschur
Größe 22 cm x 16 cm

Beschreibung

Der vorliegende Band fasst etliche Arbeiten von Prof. Müller-Waldeck über Hans Fallada in einer Sammlung zusammen und unterbreitet sie – bislang in verstreuten Veröffentlichungen schwer zugänglich – dem interessierten Leser und Fallada-Freund. Ohne auf eine geschlossene Biographie zu zielen, wirft der Band interessante Schlaglichter auf ein Schriftstellerleben, das in manchem anders verlief, als dies der landläufige und sensationslastige Mythos um den Autor wissen will. Hans Fallada – nach wie vor? Der Schriftsteller, gelegentlich unterschätzt und mokant abgetan, ist heute in seinen besten Werken lebendig und fesselnd wie eh und je.

Aus dem Buch:

Vorwort

Bei Fallada kann jeder mitreden – denkt er. Auch jener, der nie eine Zeile vom ihm gelesen hat, denn der Mythos hat sich inzwischen verselbstständigt: Der Trinker und Drogenfreund, der in der Idylle Carwitz Siedelnde, der Autor von „Kleiner Mann – was nun?“, „Wolf unter Wölfen“, „Der eiserner Gustav“, „Geschichten aus der Murkelei“ (auch die Buchtitel schwirren schon lange selbstständig durch die Lüfte!), Autor literarischer Welterfolge und kompromissbereiter Nicht-Emigrant. Guter Familienvater und unzuverlässiger Ehepartner, disziplinierter Arbeiter und haltloser Mensch, an dem sich immer wieder Biographen abarbeiten und zu neuen Formeln finden. Vielleicht sind es die Formeln und „Bewertungen“ (Biographen müssen bewerten!), auf die ein lebendiges Menschenleben, zumal ein Künstlerleben mit seinen unvermeidlichen Tentakeln in die Öffentlichkeit, gar nicht so recht eingerichtet und „angelegt“ ist. Und trotzdem ist die Biographie eine eigene literarische Gattung geworden – mit ihren Notwendigkeiten und Systemzwängen, denn wenn man ein entsprechend dickes Buch durchgelesen hat und aus der Hand legt, will man ja mindestens mitreden können und eindeutig wissen, was man von der behandelten Person zu halten hat.
Jede neue Biographie mit anderen, neuen Formeln stört auf: Woran kann, soll man sich nun halten? Neue Gesichtspunkte, neue Quellen, neue Fakten? Oder nur: Neue Blickrichtungen?
Es ist wie bei der Beurteilung lebender Menschen: „Nein, den kenne ich ganz anders!“, „Das hätte ich von dem nie gedacht!“, „Da kennst Du ihn aber schlecht!“ – so viele Menschen, so viele Meinungen.
Die vielen Facetten bei Ditzen/Fallada fügen sich schlecht zueinander: Vielleicht ist das heute sichtbare Urlaubsparadies Carwitz hier (Seen, Maränen, Waldwinkel, lauschige Einsamkeit, gleißend-flimmernde Wasserspiegel) ein Gleichnis: Das Fallada-Haus, eines der beliebtesten und sommeroffenen Literaturmuseen mit seiner Präsentation der Wohnräume, fachkundigen Führungen, den Wechsel-Ausstellungen in der gediegen-modernen ehemaligen Scheune, mit Grünflächen, Blumenrabatten und fröhlich gestimmten Besuchern ist insgesamt doch auch eine „freundliche Schwindelei“, denn der Ort schien für den Autor aus der Ferne zwar zunächst als glückliche Welt: Wir werden endlich in ein eigenes Heim einziehen, in dem wir die Tür zumachen können und die Welt da draußen sein lassen können, was sie will! So schwärmt er 1933 den Eltern vor, jubelnd in höchsten Tönen über das Anwesen am Seeufer, aber schon 1936 klingt es bitter: Es scheint mir, ich bin so eine Art Freiwild. Ich sehe keinerlei Möglichkeit, noch irgend etwas zu schreiben. So versuchen wir nun – wir sind erst in den ersten Anfängen – Carwitz zu verkaufen und müssen dann sehen, was wird …; und schließlich lesen wir in einem Brief von 1942 (der Tiefpunkt der Ehekrise und der politischen Pressionen ist noch nicht einmal erreicht!): Ich bin der gräulichste Pessimist, den man sich überhaupt nur denken kann. Immer sehe ich schwarz, immer habe ich Angst vor der Zukunft, niemandem traue ich.
Falladas Büdnerei in Carwitz, damals ja eine landwirtschaftlich produzierende Mini-Wirtschaft, deren Erträge für die Haushaltsführung der Familie allmählich immer wichtiger wurden, war bald nicht mehr das Paradies, sondern mit den Überwachungen, Anfeindungen, Erpessungen durch die Naziinstanzen und die kleinen Mitläufer, wenn nicht eine Hölle, so doch ein hochproblematischer Schicksals-Ort, in dem man auf dem Präsentierteller saß und in dem die hinter sich geschlossene Tür wenig half. Die Idyllik im Zusammenhang mit Carwitz wird nur noch literarisch hergestellt („Heute bei uns zu Haus“) oder väterlich-pädagogisch (Briefe an den Sohn Uli nach Templin) – bei Gelegenheit auch fotografisch: (Fotoserie des Starfotografen Hoffmann oder durch glückverheißende Familienschnappschüsse…) Der Autor verdient insgesamt nicht schlecht, geht aber mit den Summen recht großzügig, ja, lax um: Sogar eine Hypothek auf den Besitz wird aufgenommen…
Im vorliegenden Band existiert keine einheitliche thematische Klammer. Es ist eine Ausschüttung höchst verschiedener Einzelelementen, wie sie bei jahrzehntelanger Beschäftigung mit dem Leben und Werk des Autors Hans Fallada zusammenkamen. Eine Art Füllhorn mit Gaben unterschiedlichsten Gewichts. So sind das Bruchstück, der biographische Splitter, die Anekdote, die Einzelbetrachtung, das Interview aufzufinden. Auch dort, wo sich (wie im Falle Jutta Kulessa, Erwin Hoof) scheinbar monologisch erinnert wird, sind diese Beiträge durch Befragungen initiiert worden. (Den „Fremd-Beitrag“ von Erwin Hoof brachte im Übrigen der Fallada-Enthusiast Heinrich Kardel aus Feldberg bei; als melancholischer Abgesang auf Ulla Losch soll er hier aufgenommen sein). Beim Gespräch wurde vom Interviewer vor allem zugehört und nie besserwisserisch korrigiert, selbst wenn sich die Erinnerungen in einzelnen Punkten widersprechen. Wie sagte ein kluger Mensch: Erinnerung ist eine Form des Vergessens. Und: Wer erinnert sich „richtig“ und wer „falsch“? Und: Auch Zuhören will gelernt sein!
Natürlich gibt es inzwischen Neues. Noch viel zu wenig ist das politisch außerordentliche, im Grunde selbstmörderische „Gefängnistagebuch“ von 1944 (hrsg. 2009) bisher in die Bewertung des vermeintlich unpolitischen „anpasserischen“ Fallada einbezogen worden, noch nie medizinisch kompetenter die Leidensgeschichte des „anderen Fallada“ (Rudolf Ditzen) erforscht und in aller Sachlichkeit analysiert worden als durch den Psychiater Klaus-Jürgen Neumärker (2014). So wurden auch zwei Rezensionen dieser Bücher in diesen Band aufgenommen, schon um jene neuen Akzente nachdrücklich ins Bewusstsein zu heben.
Werkbetrachtungen gibt es in lediglich drei Fällen, gleichsam als Probesonden in das umfangreiche Prosaschaffen.
Die vielen Bruchstücke und Splitter, die der Band bietet, sollen sich von vornherein nicht zu einer geschlossenen Biographie fügen, sondern ein Nach- Denken über das zerklüftete Leben und die unheimliche Produktivität des großen Erzählers Hans Fallada anregen. Ältere Beiträge stehen neben neuen und auch bei den Gesprächsprotokollen findet sich Neues: Der Sohn Achim Ditzen wird abermals befragt und der heutige Carwitzer Museumsleiter Stefan Knüppel kommt zu Wort. Der Ton der Betrachtungen ist zumeist feuilletonistisch locker, aber auch der Aufsatz mit wissenschaftlichem Anspruch (und entsprechenden Fußnoten!) ist gelegentlich aufzufinden. Konflikte und Widersprüche werden sichtbar und müssen oft „ungelöst“ stehen bleiben.
Vielleicht ist es gerade die unterbleibende „Lösung“, das aufregende, unbequeme Nebeneinander und Ineinander von Werk, Leben, Mythos, die Hans Fallada zu einer Art „Gesamtkunstwerk“ und „Wirkungskomplex“ machen, mit dem nicht „fertig zu werden“ ist.
Bleibt, sich dankbar zu erinnern der Gesprächspartner von damals (1992), die in einigen Fällen verstorben sind, bleibt den heutigen Gesprächspartnern und „Zulieferern“ herzlich zu danken und dem Hans-Fallada-Achiv Carwitz für die Abdrucksgenehmigung von Dokumenten und Fotos.
Gunnar Müller-Waldeck – Greifswald, September 2015

Inhalt

 
Zuvor
Rösselsprung zwischen Stadt und Land
 
Der Sohn des Landrichters
 

Urlaubsfreuden – Rudolf Ditzen in Graal und anderswo

 

Neues zu Romain Rolland, Hans Fallada und Ada Ditzen
 
„… dem treuen Schimmelpferd, das da hanget, legte ich noch ein ‚L‘ dazu – und der Fallada war da…“

Ein Märchen? Neumünster-Impressionen
 
Das Mädchen mit dem Henkelmann – Gespräch mit Lisa Zippel

Unter dem Zugriff der Macht

 
Fallada in der Nazizeit
 
Eine Greifswalder Einladung nach Carwitz
 
Hermann Broch und Hans Fallada
 

Ein Märchen-Geschenk – Pechvogel und Glückskind

 

„Er war ein Ermunterer“ – Gespräch mit Annemarie Steiner (d. i. Marianne Wintersteiner)
 
Zwischen Sudetengau und Frankreich. Fallada und der Reichsarbeitsdienst (RAD) – Gespräch mit Johann Kurjat
 
Der Eiserne Gustav – Von Hartmann zu Hackendahl oder: Das ist unser Vater nicht!
Der hat in einer Woche sechs Schwestern rausgeschmissen!“ – Gespräch mit Sophie Baumgarten
 
Hans Fallada: In meinem fremden Land Gefängnistagebuch 1944
 
Zu Klaus-Jürgen Neumärker: Der andere Fallada
 
Der Feldberger Nachkriegsbürgermeister R. D. im Jahr 1945 Dichtung und Wahrheit
 
„Natürlich hatte ich Heimweh“ – Gespräch mit Uli Ditzen
 

„Sowas wie ein Spinner“ – Gespräch mit Heinrich Kardel

 

Das requirierte Büffet – Zahnarzt Walter Markwart erinnert sich

 

„Problematisch!“ – eine Anekdote
 
Erwin Hoof: Eine Bleibe für Hans Fallada
 
Der Schatten des Vaters – Gespräch mit Achim und Rosemarie Ditzen
 
Die Tochter des Seifenfabrikanten
 
“Für mich war immer Wolf unter Wölfen das interessanteste Buch“ – Gespräch mit Achim Ditzen

Nach wie vor: Hans Fallada/Beobachtungen 
um „Jeder stirbt für sich allein“
 

Hausherr in Carwitz – Gespräch mit Stefan Knüppel

 

Fallada in Schweden

Anhang:
Briefwechsel zwischen Hans Fallada und Romain Rolland 
Zu den Interview-Partnern
Anmerkungen
Quellen
Abbildungsnachweis
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Kleine Geschichte des Ostseeraums

9783939680314

Kleine Geschichte des Ostseeraums
Einheit und Vielfalt einer europäischen Region
Ulrich March

Edition Pommern
ISBN 978-3-939680-31-4
104 Seiten mit Abbildungen
€ 12,90 (D)
Broschur
Größe 19 cm x 14 cm

Beschreibung

Thema dieses Buches ist die Geschichte der Länder, Völker und Staaten im Ostseeraum. Die Darstellung reicht von dem sagenumwobenen Vineta bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. Geschichte und Geopolitik der Ostseeländer werden kurz und verständlich beschrieben und durch entsprechendes Bildmaterial veranschaulicht. Der Autor schlägt einen großen Bogen von den aufstrebenden Hansestädten des Spätmittelalters über das Aufblühen der Kunst und Kultur bis hin zu den Katastrophen des 20. Jahrhunderts und ermöglicht dadurch dem Leser einen guten Überblick über die Entwicklung der Region. Dr. Ulrich March, der zunächst an der Ostseeküste Hinterpommerns seine Kindheit verbrachte, hat dann persönlich die Auswirkungen der Geschichte in Form von Krieg, Flucht und Vertreibung bis hin zum Neuanfang an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins erfahren.

Aus dem Buch:

Inhalt

  • Symbol Vineta 
  • Geopolitische Konstanten 
  • Entstehung eines Staatensystems – 9. – 13. Jahrhundert 
  • Entstehung eines Wirtschafts- und Kulturraumes – 13.-16. Jahrhundert 
  • Politische Einheit als Episode – 17. und Anfang 18. Jahrhundert 
  • „Ruhe des Nordens“ – 18. und 19. Jahrhundert 
  • Krisen, Kriege, Katastrophen – 1890-1990 
  • „Rückkehr nach Europa“ – seit 1990 
  • Literaturverzeichnis 
  • Abbildungsverzeichnis 
  • Personen- und Ortsregister
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Plattdeutsches Dichterbuch für Pommern

9783939680307

Sie sollten nicht vergessen sein.
Plattdeutsches Dichterbuch für Pommern
Willi Passig
Edition Pommern
ISBN 978-3-939680-30-7
169 Seiten mit Abbildungen
jetzt nur noch 8,00 €
Broschur
Größe 22 cm x 16 cm

Beschreibung

Der Autor Willi Passig bleibt seiner Linie treu und bewahrt das Andenken heimischer Autorinnen und Autoren. Nach dem „Plattdeutschen Dichterbuch für Mecklenburg“ werden nun in dem Band für Pommern, 29 Literaten vorgestellt, die ebenfalls in die Reihe der plattdeutschen Dichter und Denker gehören, die nicht in Vergessenheit geraten sollen. Die Bandbreite der Schriftsteller, die hier mit einer Biographie und plattdeutschen Leseproben auftreten, reichen vom ausgehenden 13. bis ins 20. Jahrhundert hinein.

Die folgenden Autorinnen und Autoren fanden ihre Würdigung in diesem Buch:

  • Heinrich Bandlow
  • Karl Dalmer
  • Fritz Dittmer
  • Max Dreyer
  • Georg Engel
  • Ludwig Giesebrecht
  • Martha Müller-Grählert
  • Otto Friedrich Carl Graunke
  • Erich Hagemeister
  • Edmund Hoefer
  • Luise Kaliebe
  • Alma Kriesche
  • Max Lindow
  • Bruno Markwardt
  • Elisabeth von Oertzen
  • Philipp Otto Runge
  • Walter Georg Karl Schröder
  • Albert Schwarz
  • Sybilla Schwartz
  • Johann Peter Christoph Segebarth
  • Karl Tiburtius
  • Bernhard Trittelvitz
  • Otto Johannes Friedrich August Vogel
  • Wilhelmine Weyergang
  • Margarete Wietholtz
  • Wizlaw III.
  • Otto Wobbe
  • Fritz Worm
  • Friederike Charlotte Alwine Wuthenow
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Die Düne wandert

9783939680260

nicht mehr lieferbar

Die Düne wandert
Facetten aus Leben und Werk der pommerschen Dichterin Gerda von Below
Hanna Spiegel
Edition Pommern
ISBN 978-3-939680-26-0
160 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
Broschur
Größe 21 cm x 15 cm

Beschreibung

 

Wir hören ja immer wieder den Spruch, dass Menschen nicht tot seien, wenn sie in der Erinnerung anderer weiter leben. Dies gilt auch für Gerda von Below. Denn solange wir uns durch ihre Gedichte an Sie erinnern, bleibt sie uns erhalten. Das möchten die Autorin Hanna Spiegel und der Verlag Edition Pommern mit diesem Buch erreichen: Dass eine begnadete Dichterin unvergessen bleibt. Weiterhin bringen sie uns das nicht immer einfache Leben von Gerda von Below näher. Trotz Widrigkeiten und Schicksalsschlägen hat sie nie den Mut und die Kraft verloren um ihre Gedanken zu Papier zu bringen. Schon allein dieser Willensstärke und den daraus resultierenden Gedichten genügt es, Gerda von Below ein würdiges Denkmal zu setzen. Dieses Buch soll ein Baustein dafür sein.

Aus dem Buch:

Inhalt

  • Dorothee von Brentano: Geleitwort
  • Vorwort
  • Einführung
  • Saleske im Kreis Stolp
  • Das Geschlecht derer von Below
  • Der Bildhauer Wilhelm Groß im Haus derer von Below
  • Gerda als junges Mädchen
  • 1914 – 1919 Krieg – Nachkrieg
  • 1919 – 1938 Neue Heimat Berlin
  • 1938 – 1946 Dunkle Jahre
  • 1947 – 1959 Neubeginn
  • 1966 – 1975 Lebensabend
  • Nachklang
  • Anhang
  • Fussnotenverzeichnis
  • Verzeichnis der benutzten Literatur
  • Im Text genannte Persönlichkeiten
  • Verse
  • Abbildungsverzeichnis
  • Dank an freundliche Helfer

 

Vorwort

Bei einem Informationswert von Null anzufangen und sich Schritt für Schritt über viele Monate hinweg vorzuarbeiten zu einem geschlossenem Lebensbericht, ist ein richtiges Abenteuer. Und auf diesem Weg der Suche soviel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft zu finden, ist eine Erfahrung, die für das Leben ermutigt und Kraft gibt für den Alltag weit über die Arbeit an diesem Lebenslauf hinaus. Dass der Funke der Begeisterung und der Zufriedenheit überspringen möge auf die Leser dieses Büchleins, wünsche ich mir und Gerda von Below von ganzem Herzen.

Hanna Spiegel geb. Pramschüfer aus Rötzenhagen, Krs. Schlawe/Pommern

 

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Johannes Trojan

9783939680277

Johannes Trojan
Von Danzig über Berlin nach Rostock
Ein biographisches Kaleidoskop
Willi Passig
Edition Pommern
ISBN 978-3-939680-27-7
141 Seiten mit Abbildungen
nur noch 6,00 Euro
Broschur
Größe 21 cm x 15 cm

Beschreibung

Von Danzig über Berlin nach Rostock. Der Titel dieses Buches wird dem Leben von Johannes Trojan aber nicht ganz gerecht. So geradlinig wie der Titel ist, war sein Leben nicht. Durch den frühen Tod seiner Mutter und den wirtschaftlichen Abstieg seines Vaters musste Johannes in seiner Kindheit schon einiges ertragen. Er liebte die Literatur und kämpfte sich durch fleißiges Arbeiten an die Spitze der in der Zeit sehr geachteten, gehassten und beliebten Zeitschrift „Kladderadatsch“. Ja sogar Festungshaft in der Festung Weichselmünde bei Danzig nahm er auf sich, um dieses sehr hohe Niveau der Zeitschrift aufrecht zu halten. Zusammen mit seinem Freund Heinrich Seidel tauschte er sich immer wieder aus. Sie unterhielten regen Briefwechsel und unternahmen gemeinsame Wanderungen in Mecklenburg. Dort ließ er sich dann auch 1909 in Warnemünde und später in Rostock nieder, wo er auch 1915 verstarb.

Aus dem Buch:

Inhalt

  • Ein Wort zuvor an die Leser
  • Heil Danzig
  • Der Geschmack hat sich geändert
  • Viele gute Menschen sieht mein Blick
  • Gesang und Duft und Farbenpracht
  • Mög Frohe Jugend im Kollegiensaal
  • Nach Berlin zur reisen, wäre dringend anzuraten
  • In Sorgen und in Nöten schwer
  • Heinrich Seidel
  • Plötzlich in Fremde Gewalt gegeben
  • Preisrichters Leiden und Freuden
  • Des Meeres Gott, der manchmal grollt
  • O Warnemünde, schon dein Name
  • Was tief im Innern Sehnsucht trägt zum Licht
  • Johannes Trojan – Der Lyriker
  • Johannes Trojan – Der Erzähler
  • Johannes Trojan – Der gesellschaftskritische Autor
  • Stammbaum
  • Anmerkungen
  • Literaturverzeichnis
  • Johannes Trojan: Schriften (Auswahl)
  • Zeittafel

 

Ein Wort zuvor an die Leser

Liebe Leser, lassen Sie sich zurückversetzen in eine andere Zeit. In eine andere Zeit der Literatur, des Aufbruchs und des Aufbegehrens.

Der Autor Willi Passig bleibt seiner Linie treu und erinnert mit diesem Büchlein wieder an einen bedeutenden deutschen Schriftsteller, der heute fast der Vergessenheit anheimfällt.

Anlässlich seines einhundertsten Todestages wollen der Autor und der Verlag ihn wieder zu Wort kommen lassen.

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Ranen, Rügen und Meer

9783939680253

Ranen, Rügen und Meer
Die Geschichte eines versunkenen, slawischen Volksstammes
Peter Ziemann
Edition Pommern
ISBN 978-3-939680-25-3
162 Seiten mit Abbildungen
Buch ist vergriffen

Beschreibung

Der ehemalige Rüganer Peter Ziemann hat über viele Jahre zahlreiche Informationen zu den slawischen Ranen zusammengetragen. Akribisch hat er diese Quellen und Forschungen ausgewertet. Dieser, kaum bekannte slawische Volksstamm, der hauptsächlich auf Rügen und dem angrenzenden Festland aktiv war, hat nicht nur Spuren in Form von Burgwällen hinterlassen. Sie tauchen auch aus dem Dunkel der Geschichte hervor; im Kampf an der Seite von König Otto I. gegen andere slawische Stämme, in der Schlacht an der Raxa 955. Der Autor geht aber auch auf ihre handwerklichen Fähigkeiten, ihrem, den Wikingern ähnlichen, Schiffbau und deren Glauben ein. Er beschäftigt sich mit dem gesamten Dasein der Ranen, sofern dies die Quellenlage und neueste Forschungen zugelassen haben. Ein wichtiger Aspekt sind auch die wiederkehrenden kriegerischen Auseinandersetzungen, hauptsächlich mit ihren dänischen Nachbarn. Peter Ziemann schafft es mit diesem Buch ein Stück Geschichte lebendig zu halten.

Aus dem Buch:

Einführung

Dieses Buch soll über einen slawischen Stamm berichten, der von den mittelalterlichen Chronisten wenig beachtet wurde, der selbst sehr spät und auch sehr wenig schriftliche Zeugnisse hinterließ, trotzdem aber im Ostseeraum Geschichte schrieb. Rana Rice (Ranen bzw. Rugianer Reich), den Namen entnahm J. G. Grümbke älteren dänischen Quellen, wahrscheinlich in Anlehnung an das dänische Ranirici, über das in der Heimskringla wiederholt berichtet wird. Man kann davon ausgehen, dass das Volk der Ranen über keine Schrift verfügte, dadurch kann seine Geschichte nur anhand der Aufzeichnungen nordischer und deutscher Chronisten nachvollzogen werden, die die, hauptsächlich missionarischen, Aktivitäten für die Nachwelt festhielten, und auch aus archäologischen Funden. Wir müssen die sich wiedersprechenden Überlieferungen zusammensetzen, die zur Zeit der dänischen Unterwerfung Rügens erstmals niedergeschrieben wurden. Außerdem können wir uns auf Fragmente von Kleidung und Töpferwaren verlassen, auf die Reste ihrer Tempel und Burgen, auf Gegenstände, die in den Grabstätten erhalten blieben, und auf Studien dessen, was wir von den wenigen schriftlichen Zeugnissen (Urkunden, Chroniken usw.) wissen. Aus all diesem Material müssen wir eine Geschichte rekonstruieren, die im besten Fall eine fragmentarische Geschichte ist. Alle Angaben, die vor 1168 handeln, sind „wahrscheinlich“; da die Quellenlage sehr dürftig ist und die wenigen Quellen nicht immer übereinstimmen. Die nordischen Sagas z. B. enthalten einige Angaben über Rügen und ihre Bewohner; aber es sind Sagas. Es ist freilich nicht zu verkennen, dass auf solche Weise Saga und Geschichte sehr nahe aneinander gebracht, in manchen Fällen gar miteinander verschmolzen sind. Aber darum bleibt noch immer ein großer Unterschied zwischen beiden. Seit dem 6. Jahrhundert siedelten an der Ostseeküste zwischen Elbe und Oder, nachdem die germanischen Bewohner fast vollständig abgewandert waren, Menschen, die sich mit einer slawischen (polabischen) Sprache verständigten und später von ihren deutschen Nachbarn als 5 Wenden (bzw. Veneter) bezeichnet wurden. Slawe bedeutet „Der Sprechende.“ Diese Bevölkerung, die oft fälschlich mit dem Namen „Wenden“ bezeichnet wird, bildet einen Teil der großen Völkergruppe der Slawen, die das ganze östliche Europa bis zum Uralgebirge bewohnen. Die Slawen sind, wie die Germanen, ein Zweig der arischen oder indogermanischen Völkerfamilie, die in grauer Vorzeit Ost- und Mitteleuropa besiedelt haben. Sie kamen aus unterschiedlichen Richtungen (Raum zwischen Warte, mittlerer Weichsel und Dnepr im Osten, dem Nordkarpatengebiet und den Pripjatsümpfen), sowie mit unterschiedlichen ökonomischen und kulturellen Traditionen ins Land. Die Einwanderungsgruppen drangen teils in unbesiedeltes Land vor, das von dichten Laub- und Nadelwäldern bedeckt, von Flüssen, Sümpfen und Seen durchzogen war. Gebietsweise bestanden noch Siedlungsgefilde, in denen Bauern lebten, die germanische Dialekte sprachen und auf die >Rugier Stämme< zurückgingen. D. Krywalski formulierte 1984 in seinem Buch „Die Welt des Mittelalters“: „Der Name Slawe weist auf eine alte Flussbezeichnung und dürfte dann auf ein ganzes Volk übertragen worden sein. In der frühen Neuzeit trat dann eine etymologische Bindung zu Sklave ein, das heißt, unter Slawe wurde in dieser Zeit ein Angehöriger der östlichen Stämme betrachtet, der unfrei war. Diese Etymologie verrät deutlich, welchen gesellschaftlichen Stellenwert die westlichen Nachbarn den Slawen zu gestanden haben.“